Die USA wollten mit anderen wichtigen Wirtschaftsnationen auf einen gemeinsamen Rahmen zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase hinarbeiten, hiess es in der Einladung.
Ein ranghoher Regierungsmitarbeiter sagte indes, die US-Führung widersetze sich weiterhin verbindlichen Obergrenzen für den Ausstoss von Emissionen, wie sie das Kyoto-Protokoll der UNO vorsieht. Kritiker werfen Bush vor, er wolle mit seiner Initiative den UNO-Klimaschutzprozess unterlaufen.
Notwendigkeit gemeinsamer Klimaschutzziele
Der US-Präsident hatte sich Ende Mai erstmals zur Notwendigkeit gemeinsamer Klimaschutzziele bekannt. Zugleich kündigte Bush an, die 15 grössten Treibhausgas-Verursacher zu Konferenzen ausserhalb des UN-Rahmens in die USA einzuladen.
Den Einladungsbrief vom Freitag erhalten China, Indien, Brasilien, Japan, Kanada, Südkorea, Mexiko, Russland, Australien, Indonesien und Südafrika. Der EU-Delegation sollten nach US-Angaben Vertreter Frankreichs, Deutschlands, Italiens und Grossbritanniens angehören.
Schwächung des Kyoto-Prozesses
Europa befürchtet indes durch die Initiative eine Schwächung des Kyoto-Prozesses. Das Protokoll läuft 2012 aus, derzeit wird an einem neuen globalen Klimaschutzabkommen gearbeitet.
Die Regierungschefs der sieben grössten Industrieländer und Russlands G-8 hatten sich in Heiligendamm geeinigt, bis 2009 ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll auszuhandeln, und zwar unter dem Dach der UNO.
