Anzeige

Trauerfeier im Berner Münster

Landesweit läuteten die Kirchenglocken.
Mittwoch, 5. Januar 2005
Bern - Die Schweiz hat heute den zehntausenden Opfern des Seebebens in Südasien gedacht. Im Berner Münster fand eine nationale Trauerfeier statt, an der unter anderem Vertreter der Landesregierung und der grossen Weltreligionen teilnahmen.
Bundespräsident Samuel Schmid warnte in seiner Trauerrede davor, im Unglück zu verharren. Nun müssten viele Fragen beantwortet und Probleme gelöst werden. Das wollen wir gemeinsam tun, sagte der Bundespräsident.

An der gut einstündigen Feier wurde mit den Menschen aller betroffener Länder getrauert. Dies wurde begleitet durch das Anzünden von Kerzen, je eine für die elf vom Beben direkt betroffenen Länder und fünf für jeden Kontinent. Alle Teilnehmer riefen zu Hoffnung und Solidarität auf.

Drei Schweigeminuten

Am Mittag hatte die Schweiz mit drei Schweigeminuten der Todesopfer des Seebebens gedacht. Landesweit läuteten die Kirchenglocken.

Ausseministerin Micheline Calmy-Rey zeigte sich einen Tag nach der Rückkehr von ihrer Reise ins Katastrophengebiet erschüttert. Was ihr Überlebende erzählt hätten, sei ein Albtraum. Sie habe schreckliche Dinge gehört bei ihrem Besuch in Thailand und Sri Lanka, sagte die Aussenministerin im Bundeshaus. Während ihres Auftritts vor den Medien traten Calmy-Rey mehrmals Tränen in die Augen.

Die vom Bundesrat gesprochenen 27 Millionen Franken Nothilfe sollten möglichst konkret eingesetzt werden, sagte Calmy-Rey. So würden 60 Prozent dieses Betrags für bilaterale Hilfsprojekte verwendet. Die restlichen 40 Prozent fliessen in internationale Projekte.

Calmy-Rey versprach zudem, dass die Schweiz die Angehörigen der mehreren hundert vermissten Schweizer nicht im Stich lassen werde. Die Suche werde weitergehen. Die Zahl der bestätigten Schweizer Todesopfer der Flutkatastrophe bleibt unverändert bei 23.

Spendentelefone laufen heiss

Die Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe ist weiterhin überwältigend. Die Spendentelefone der Glückskette laufen am nationalen Sammeltag heiss. Bis kurz vor 18 Uhr wurden über 36,2 Mio. Franken gesammelt. Auch im Internet wird rege gespendet: Pro Sekunde traf eine Spende ein. Techniker sind fieberhaft im Einsatz, um einen Systemkollaps wegen schierer Überlastung zu verhindern.

Das Gratis-Spende-Telefon der Glückskette 0800 87 07 07 ist noch bis 24.00 Uhr besetzt. Online-Spenden sind unter www.glueckskette.ch möglich. Das Postkonto lautet: 10-15000-6, Vermerk Seebeben Asien.

bert/sda