US-Präsident Barack Obama meinte, er sei wütend über die Ölkatastrophe. «Ich bin über diese ganze Situation wütend», sagte in der CNN-Talkshow «Larry King live». «Hier hat jemand die Konsequenzen seines Handels nicht zu Ende gedacht.» Obama wird erneut in das Krisengebiet reisen, um sich über die Lage zu unterrichten.
Hayward vorsichtig optimistisch
BP-Chef Tony Hayward gab sich vorsichtig optimistisch, dass die Operation «Top Cap» wenigstens zu einem Teilerfolg führt. Dies werde man aber aber erst in zwei bis drei Tagen beurteilen können. Bei der Operation hatten Experten zuvor das defekte Steigrohr in 1500 Metern Tiefe abgesägt.
Da das Absägen allerdings wegen technischer Probleme nicht sauber ausgeführt wurde, sei es nun schwieriger als geplant, die «Top Cap» genannte Kappe lückenlos auf das Rohr zu stülpen, räumte Hayward ein. Dadurch könne weiterhin Öl ins Meer sprudeln. Eine solche Operation sei noch niemals zuvor in einer solchen grossen Tiefe durchgeführt worden.
Kampf gegen die Ölpest dauert an
Der Kampf gegen die Ölpest wird nach Einschätzung von BP noch lange dauern. «Wir müssen zugeben, dass dies erst der Anfang ist», sagte Hayward. «BP wird für eine sehr lange Zeit hierbleiben.»
Zum Stillstand gebracht werden kann der Ölfluss laut BP erst im August, wenn zwei Parallelbohrungen zum Grund der Quelle vier Kilometer unter dem Meeresboden abgeschlossen sind.
Über sechs Wochen nach dem Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» breitet sich die Ölpest immer weiter aus. Der Ölteppich treibt jetzt bereits sechs Kilometer vor den Stränden an der Golfküste Floridas.