Anzeige

500'000 Tonnen Giftmüll in Kölliken

Die SMDK ist wegen der Umweltgefährdung seit 1985 geschlossen.
Montag, 5. November 2007
Kölliken - Mit einem Spatenstich ist der Rückbau der Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) gestartet worden. Über 500'000 Tonnen Giftmüll und verseuchte Erde werden bis Ende 2012 ausgebaggert und entsorgt.
Der Aargauer Baudirektor Peter C. Beyeler bezeichnete den Start zum Rückbau als «Sieg der Vernunft». Das Projekt sei gewaltig und europaweit einzigartig - nicht nur bezüglich Kosten, sondern auch bezüglich baulicher, logistischer und entsorgungstechnischer Komplexität.

Der riesige Planungs- und Genehmigungsaufwand habe sich aber gelohnt. Es sei alles getan worden, damit die Gesamtsanierung ein Erfolg werde. «Noch können wir aber nicht erahnen, was uns erwartet, wenn der Aushub der Deponie beginnt und die Büchse der Pandora sukzessive geöffnet wird».

Fehleinschätzung

Die SMDK war am 17. Mai 1978 eröffnet worden. Niemand habe damals gedacht, dass die Deponie bloss sieben Jahre in Betrieb sein würde, sagte Beyeler. Und kaum jemand habe sich vorstellen können, dass das, was für 600'000 Franken realisiert worden sei, einmal für eine halbe Milliarde Franken rückgängig gemacht werden müsse.

Die Deponie galt einst als vorbildlich und sicher. Die damals hoch gepriesene Geologie des Untergrundes habe sich jedoch als «der grosse Irrtum» erwiesen, stellte Regierungsrat Beyeler fest. Der «giftige Saft» habe den Weg in den Untergrund gefunden. 1985 wurde die Deponie endgültig stillgelegt.

Halle über der Deponie

Nach verschiedenen Sanierungsmassnahmen wurde im Jahre 2000 beschlossen, die Deponie vollständig auszuräumen und den Deponieinhalt zu entsorgen.

Der Entscheid zur Errichtung einer Sondermülldeponie in Kölliken sei nach bestem Wissen und Gewissen gefällt worden.

Der Rückbau der landesweit bedeutensten Altlast erfolgt in einer gigantischen Halle, die in den vergangenen 19 Monaten über der Deponie erstellt wurde. Die Lager- und Manipulationshalle habe Ende Oktober die Dichtigkeitsprüfung mit Bravour bestanden, stellte Peter Schmalz, Präsident des Konsortiums SMDK, fest.

fest/sda