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See plötzlich von der Landkarte verschwunden

Aufgrund der grösseren Wassermenge hat das Gestein unter dem See vermutlich nachgegeben.
Freitag, 22. Juni 2007
Santiago de Chile - Im Süden Chiles ist binnen zwei Monaten ein 30 Meter tiefer Gletschersee im Nationalpark Bernardo O'Higgins verschwunden. Einige Experten vermuten als Ursache den Klimawandel.
Im März seien Förster der chilenischen Forstbehörde CONAF zuletzt an dem See mit einer Oberfläche von einem Quadratkilometer gewesen, berichteten nationale Medien am Donnerstag. Als die Männer im Mai bei einem Routinebesuch zurückkehrten, hätten sie nur noch ein tiefes Loch vorgefunden.

In dem Loch hätten sie Risse entdeckt, und die Eisschollen, die normalerweise auf dem See getrieben seien, hätten sich auf dem Boden des Kraters abgesetzt. Auch ein Fluss, der von dem See in der patagonischen Region Magallanes gespeist wurde, sei fast völlig verschwunden.Der Nationalpark liegt rund zweitausend Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Gletscher oberhalb des Sees infolge des Klimawandels viel schneller als normal abgeschmolzen und der Wasserspiegel des Sees dadurch zunächst stark angestiegen ist.

Dann jedoch könnte das Gestein um den See herum dem höheren Wasserdruck nachgegeben haben und das gesamte Wasser in einer Geröll- und Schlammlawine Richtung Pazifik abgeflossen sein. Bewohner der nur dünn besiedelten Region vermuteten indes, dass sich bei einem Erdbeben im April ein Riss gebildet haben könnte, durch den das Wasser in den Untergrund geflossen ist.

ht/sda