Zum Verstopfen der Ölquelle sollen mehrere tausend Liter Schlamm pro Minute in das Bohrloch gepumpt werden. Diese Prozedur werde etwa zwei Tage dauern, sagte ein BP-Sprecher.
Zunächst mussten aber Tests klären, ob das tonnenschwere Sicherheitsventil auf dem Bohrloch den enormen Druck aushält, wenn es mit schwerer Flüssigkeit beschossen wird. Das ganze Unterfangen könnte also noch abgesagt werden.
Entscheidende Aktion
Die Operation wird in den USA als entscheidende Aktion im Kampf gegen die Ölpest gewertet. Alle grossen Nachrichtensender berichteten in Sondersendungen über die Fortschritte der Arbeiten.
Wenn es gelingt, das Bohrloch zu schliessen, könnte BP sich voll darauf konzentrieren, das Meer und die Küsten zu säubern, ohne dass stündlich weiterhin tonnenweise Öl ins Meer läuft.
Plan B
Sollte der Versuch in letzter Minute abgesagt werden oder misslingen, ist BP auf einen zweiten Anlauf vorbereitet. Der Konzern könne kurzfristig einen 1,50 Meter hohen Zylinder aus Stahl über das Leck stülpen, der das Öl auffangen soll.
Über ein Rohr an der Vorrichtung könnte die Brühe nach oben in ein Schiff gepumpt werden. Vor drei Wochen war BP mit einem ähnlichen Versuch gescheitert, weil Kristalle die Leitung verstopften.
Verschärfte Richtlinien
Angesichts des wachsenden Unmuts in der Bevölkerung will Obama am Donnerstag deutlich schärfere Regelungen für Ölbohrungen im Meer ankündigen. Obama und seine Regierung wurden kritisiert, dass sie zu spät auf die Umweltkatastrophe reagiert hätten.
Am Freitag will der Präsident zum zweiten Mal die von der Ölpest betroffene Region besuchen. Unterdessen wurde das Fischfangverbot wegen des Ölteppichs um 8000 Quadratkilometer auf rund 140'000 Quadratkilometer ausgedehnt. Dies entspricht in etwa der Fläche Griechenlands.
