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Rettungsaktion nach Hurrikan «Ike» angelaufen

Das Katastrophengebiet war teils hüfthoch überflutet.
Sonntag, 14. September 2008
Houston/Washington - In der grössten Rettungsaktion der texanischen Geschichte haben Spezialisten und Helfer nach Opfern des Hurrikans «Ike» gesucht. Etwa 140'000 Menschen hatten sich der Zwangsevakuierung widersetzt. Die Zahl der Todesopfer stieg auf mindestens acht.
Einsatzkräfte hätten bis zum späten Samstagnachmittag Ortszeit 950 Menschen in den teils hüfthoch überfluteten Gebieten in Sicherheit gebracht, sagte der Gouverneur von Texas, Rick Perry. «Leben zu retten hat oberste Priorität», betonte der Chef der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA, David Paulison.

Die Zahl der Todesopfer durch den Sturm stieg auf mindestens vier. US-Präsident George W. Bush erklärte 29 Landkreise zum Katastrophengebiet.

Das US-Fernsehen zeigte Bilder von Feuerwehr- und Polizeiwagen, die in Kolonnen in die verwüsteten Landstriche südöstlich der Millionenmetropole Houston vordrangen. Mehr als 50 Helikopter und Flugzeuge von Küstenwache und Streitkräften überflogen die Region.

Scherben in Houston

Besonderes Augenmerk gilt nach den Worten Paulisons der Gegend um die Inselstadt Galveston, wo nach Schätzungen der Behörden rund 23'000 Einwohner in ihren Häusern geblieben waren. Insgesamt hätten in der gesamten Region schätzungsweise 100'000 Menschen die Evakuierungsanordnung der Behörden ignoriert, berichtete die Zeitung «Houston Chronicle» auf ihrer Internetseite.

Rund um Houston habe es «schwere Schäden an der Infrastruktur» gegeben, sagte Perry. In der Millionenmetropole selbst, mit zwei Millionen Einwohnern die viertgrösste Stadt der USA, liess die Gewalt des Sturms zahllose Fenster von Hochhäusern bersten und auf die Strasse regnen. Die Strassen waren von Scherben, Ästen und Unrat übersät.

Die Erdölraffinerien im Raum Houston haben den Hurrikan offenbar ohne grosse Schäden oder Überflutungen überstanden. Ein Reuters-Mitarbeiter fand lediglich bei einem der fünf Anlagen in der Umgebung der Millionenstadt kleinere Risse in den Aussenwänden zweier Lagertanks. Insgesamt mussten im Bundesstaat Texas wegen des Sturms zunächst 14 Raffinerien geschlossen werden. Sie sind für etwa ein Fünftel der US-Treibstoffproduktion verantwortlich.

tri/sda