Die Zerstörung des Regenwaldes hat in Brasilien im vergangenen Jahr das zweithöchste Niveau aller Zeiten erreicht. Nach am Mittwoch offiziell vorgelegten Satellitendaten des Weltraum-Instituts INPE wurden von August 2003 bis August letzten Jahres 26 130 Quadratkilometer Amazonas-Regenwald vernichtet.
Das entspricht etwa der Hälfte der Fläche der Schweiz und bedeutet eine Zunahme von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 1995 wurde die Zerstörung von 29 000 Quadratkilometern registriert.
Unzufriedenheit
Der Chef der Grünen-Partei PV, Marcelo Ortiz, erklärte, man sei schon seit langem mit vielen Umweltaktionen der Regierung von Präsident Luiz Lula da Silva unzufrieden gewesen.
Die Urwaldvernichtung sei schlimmer als offiziell zugegeben. Die Zahlen sind beschönigt, die Zerstörung war 2004 in Wirklichkeit viel schlimmer, sagte Ortiz.
Schockierender Kahlschlag
Die Regierung Lula habe bislang im versprochenen Kampf gegen den Raubbau versagt, meinte Michael Evers, Leiter des Fachbereichs Wald bei der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland. Das Tempo des Kahlschlags sei schockierend.
Die Regierung verfolgt laut WWF eine inkonsistente Politik. So fördere sie Bodenspekulationen zum Ausbau von Rinderfarmen und industrieller Landwirtschaft. Illegaler Kahlschlag, Ausbeutung der Arbeiter und Kriminalität aber würden nicht ausreichend bekämpft.
