Naturkatastrophen riefen den Menschen aber auch in Erinnerung, was sie eigentlich schon wüssten: «Sie geben uns deutlich zu verstehen, dass wir unser Verhältnis zur Natur, zum Berg, zur Erde wandeln müssen», sagte Annemarie Huber-Hotz laut Redetext.
Solidaritätswelle
Die teilweise in riesige Sportarenen verwandelten Berge, die Natur überhaupt dürfe nicht nur als Objekt der Eroberung und der Ausbeutung gesehen werden, sagte die Bundeskanzlerin: «Unser Ziel muss vielmehr ein partnerschaftliches Verhältnis sein.»
Die Erinnerung an die Solidaritätswelle, welche die grösste Naturkatastrophe der Schweiz ausgelöst hatte, stimme sie aber auch zuversichtlich, sagte Annemarie Huber-Hotz: «Mehr und mehr entwickelt sich auch ein Solidaritätsbewusstsein für die Generationen, die nach uns kommen.»
Mit Bedrohung leben
An die Hilfe nach dem Bergsturz erinnerten auch Heinz Theiler, Gemeindepräsident von Arth, zu dem Goldau gehört, und der Schwyzer Landammann Alois Christen. Goldau sei wieder erblüht und dank dem Bahnhof heute ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt der Schweiz.
Die Bevölkerung habe «ein versöhnliches Verhältnis zum Berg», sagte Gemeinderätin Margrit Betschart, die den Gedenktag organisiert hatte. Man habe gelernt, mit der Bedrohung zu leben, zumal diese heute besser eingeschätzt werden könne.
