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Orkanartige Böen in den Bergen - Lawinengefahr

In den Bergen hat sich die Lawinensituation verschärft. (Symbolbild)
Am Pilatus mass Meteonews eine Windgeschwindigkeit von 110 km/h. (Archivbild)
Freitag, 25. Dezember 2009
Bern - Wegen grosser Lawinengefahr bleiben im Engadin die Strecken der Rhätischen Bahn (RhB) über den Albula und den Bernina bis voraussichtlich am Stephanstag um 9 Uhr unterbrochen. Keine Züge fahren zwischen Bergün und Samedan sowie zwischen Pontresina und Poschiavo.
Die Situation werde laufend neu beurteilt, sagte Sandra Beeli von der RhB auf Anfrage. Reisende von Chur/Zürich ins Engadin müssen via Landquart - Klosters - Vereina reisen, um ihr Ziel zu erreichen.

Auf der Bernina-Linie St. Moritz - Tirano fallen die Züge zwischen Pontresina und Poschiavo aus. Weil am Bernina auch die Strasse gesperrt ist, verkehren laut Beeli keine Ersatzbusse.

Im Oberengadin, den Bündner Südtälern und weiteren Teilen des Kantons Graubünden sowie in den Tessiner Alpen herrscht laut dem Schnee- und Lawinenforschungsinstitut SLF in Davos grosse Lawinengefahr. Dies entspricht der zweithöchsten Warnstufe. Im übrigen Alpenraum herrscht erhebliche Lawinengefahr.

Sinkende Temperaturen

In anderen Teilen der Schweiz sind Stürmische Winde übers Land gefegt. Am Säntis wurde eine Windgeschwindigkeit von 136 km/h gemessen. Wegen des Sturms wurden der Betrieb der Luftseilbahn zwischen Kriens und Pilatus Kulm eingestellt. Am Pilatus mass der Wetterdienst Meteonews eine Windgeschwindigkeit von 110 km/h.

Von Orkanstärke sprechen die Meteorologen ab 118 km/h. Im Flachland blies der Sturmwind mit 60-80 km/h weniger stark, zu spüren waren aber kräftige Böen, die an exponierten Lagen bis 90 km/h erreichten.

Am Walensee wurden 80-90 km/h gemessen. Dort stellte die Luftseilbahn zwischen Unterterzen und Tannenbodenalp ihren Betrieb ein, wie einer Bahnverkehrsinformation der SBB zu entnehmen ist.

Laut Felix Baum von Meteonews zieht eine Kaltfront über die Schweiz, auf deren Rückseite ruhigeres und wechselhaftes Wetter folgen wird. Dabei sinken die Temperaturen, und die Schneefallgrenze dürfte bis in tiefe Lagen sinken.

bert/sda