«Das Unglück könnte sich zu der schlimmsten Umweltkatastrophe seit Jahrzehnten in Neuseeland entwickeln», warnte Umweltminister Nick Smith. In den Tanks befinden sich schätzungsweise noch 1500 Tonnen Schweröl.
Bereits am Donnerstag hatte sich ein fünf Kilometer langer Ölteppich gebildet, mehrere ölverschmierte Seevögel verendeten. Am Freitag bargen Tierschützer in Neuseeland nahe der kleinen Motiti-Insel in der Plenty-Bucht vier verklebte Zwergpinguine und zwei Kormorane, wie die staatliche Schifffahrts- und Meeresschutzbehörde MNZ mitteilte.
In der Gegend leben auch Delfine und Wale sowie eine Seehund-Kolonie. Der Einsatz von chemischen Lösungsmitteln gegen das Öl war bislang ohne Erfolg.
Wettlauf gegen die Zeit
Die «Rena» war am Mittwoch rund 20 Kilometer vor dem Hafen von Tauranga an dem Astrolabe-Riff auf Grund gelaufen und leckgeschlagen. Zwei Laderäume wurden überflutet, der Frachter hat eine Schlagseite von 14 Grad.
Die 23 Besatzungsmitglieder aus den Philippinen seien weiterhin an Bord und versuchten, Wasser abzupumpen, berichteten örtliche Medien. Das Schiff hat etwa 2100 Container mit Holz, Milchpulver, Fleisch und Fisch geladen. Seine Frachtkapazität beträgt 47'000 Tonnen.
Rund 100 Experten und Freiwillige sind im Kampf gegen die drohende Ölpest im Einsatz. Die Marine hält 500 Soldaten bereit. Ein Bergungsteam will am Montag damit beginnen, das Öl aus den Tanks abzupumpen. Bis dahin sollen Spezialschiffe und weitere Ausrüstung eintreffen.
Ölpest unvermeidlich
«Die Operation ist kompliziert, das wird länger als nur ein paar Tage dauern», sagte MNZ-Einsatzleiter Rob Service. Es sei zudem unvermeidbar, dass einiges Öl ans Ufer gelange. «Wir sind auf eine grosse Reinigungsaktion vorbereitet.»
