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500 000 Obdachlose in Indien

Einem Augenzeugen zufolge wurden die meisten Opfer im Schlaf von den Fluten überrascht und weggerissen.
Sonntag, 6. August 2006
Neu Delhi - Nach den heftigen Monsun-Regenfällen sind in Indien mehr als eine halbe Million Menschen obdachlos geworden.
Betroffen seien vor allem die Bewohner niedrig gelegener Gebiete im südlichen indischen Bundesstaat Andra Pradesh, wie der Bewässerungs- Minister des Staates sagte, Ponnala Lakshmaia. Behördenangaben zufolge kamen in den drei Tagen andauernder Regenfälle 80 Menschen ums Leben.

Sie seien ertrunken oder in der Nacht unter einstürzenden Häusern begraben worden. Küstenwache und Militär suchten nach 150 Fischern, die in der vergangenen Woche trotz Warnungen auf See gefahren waren.

Indes liessen die Regenfälle nach, was die Rettungsarbeiten vereinfachte. Zwei Helikopter der Luftwaffe und ein dutzend Schnellboote brachten Lebensmittel in etwa 1000 Dörfer und einige Städte, die durch die Fluten abgeschnitten vom Strassennetz abgeschnitten sind.

Im Westen des Bundesstaats Maharashtra wurden tausende Menschen in einem Gebiet etwa 650 Kilometer östlich von Bombay in Sicherheit gebracht. Helfer retteten mit Booten Menschen, die auf Bäume geklettert waren.

Bombay unter Wasser

In Bombay, auch als Mumbai bekannt, gab es erhebliche Verkehrsbehinderungen. Teil der Finanzmetropole standen mehr als einen halben Meter unter Wasser.

Mehr als 100 Tote in Äthiopien

Auch bei Überschwemmungen in Äthiopien sind mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen, die meisten Frauen und Kinder. Nach heftigen Regenfällen wurden mehrere Dörfer in der Region Dire Dawa im Osten des Landes überflutet.

Opferzahl könnte noch steigen

Mitarbeiter des Roten Kreuzes warnten, die Opferzahl könne noch erheblich steigen; rund 200 Menschen wurden vermisst. Polizei und Helfer durchsuchten die überschwemmten Dörfer. «Das Unglück ist riesig», sagte ein Rotkreuz-Vertreter. Möglicherweise seien hunderte Menschen ums Leben gekommen. Tausende Menschen wurden obdachlos.

aktualisiert

li/sda