Laut der Wettervorhersage für die kommenden Tagen bleibt die Feuergefahr in Portugal hoch, die Temperaturen sollen nur leicht sinken. Angesichts der zahlreichen neuen Brände wurde Kritik an der schlechten Ausstattung der Feuerwehr laut.
Von zwei Löschhelikoptern für ganz Portugal war laut Medienberichten nur einer funktionsfähig. Die offenkundigen technischen Mängel bei der Feuerwehr führten zu einem politischen Streit.
Löschflugzeuge untauglich
Der portugisische Innenminister Antonio Costa machte die Vorgängerregierung für die Mängel verantwortlich und kündigte weitere Löschflugzeuge für Mitte Juni an. Die alte Regierung habe Löschflugzeuge geordert, die für die Situation untauglich seien.
Nach der Dürre der letzten Tage sei der Wasserstand in vielen Gewässern zu gering, um die Wassertanks der Maschinen in den Seen zu füllen. Die neu bestellten Flugzeuge könnten auch an Land Wasser aufnehmen. Nach Angaben Costas sollen sie nach dem 16. Juni im Einsatz sein.
Bis dahin müssen sich die Löschkräfte mit anderen Mitteln behelfen. In der zentralen Bergregion Alhada nahe der Stadt Figueira da Foz kämpften mehr als 230 Feuerwehrleute und ein Löschhelikopter gegen einen seit zwei Tagen wütenden Brand.
Textilfabrik evakuiert
Die Flammen bedrohten mehrere Häuser; 240 Arbeiter einer Textilfabrik wurden evakuiert. Wegen des Feuers mussten eine Eisenbahnstrecke und eine durch das betroffene Gebiet führende Strasse gesperrt werden.
Den Meteorologen zufolge sollen die Temperaturen in den nächsten Tagen auf 30 bis 35 Grad sinken. Ein Abklingen der Hitzewelle sei derzeit aber nicht in Sicht. Im Jahr 2003 waren in Portugal bei verheerenden Bränden 420 000 Hektar Fläche zerstört und 20 Menschen getötet worden.
