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Neue Feinstaub-Rekordwerte

Bei der anhaltenden Wetterlage wird der Grenzwert nur gerade an 3 der 13 Messstationen eingehalten.
Mittwoch, 1. Februar 2006
Bern - Die Schweizer Luft wird immer dreckiger: Mit 220 Mikrogramm pro Kubikmeter ist in Lausanne ein neuer Feinstaub-Rekord gemessen worden.
Das ist mehr als das Vierfache des gesetzlichen Grenzwerts von 50 Mikrogramm. Das ist mehr als das Vierfache des gesetzlichen Grenzwerts von 50 Mikrogramm. Schon am Dienstag war der bisherige Rekord der bis 1997 zurückreichenden Statistik des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe NABEL mit einem Tagesmittelwert von 216 Mikrogramm weit überboten worden. Auch die Station in Bern hatte mit 175 Mikrogramm im Tagesmittel einen neuen Rekord verzeichnet.

Gemäss den vom Bundesamt für Umwelt BAFU im Internet publizierten Messungen registrierte Zürich am Mittwoch kurz vor Mittag einen Spitzenwert von 186 Mikrogramm im Tagesmittel. In Dübendorf ZH und Payerne VD kletterten die Werte auf über 150, in Härkingen auf 146 und in Bern auf 141 Mikrogramm.

Inversionswetterlage

Bei der seit Tagen anhaltenden Inversionslage wird der Grenzwert nur gerade an 3 der 13 Messstationen eingehalten.

Als Feinstaub werden Partikel mit einem Durchmesser von bis zu zehn Mikrometern bezeichnet. Der Grenzwert dürfte gemäss Luftreinhalteverordnung nur einmal pro Jahr überschritten werden. In Bern wurden seit Jahresbeginn aber bereits 21 Mal Tagesmittelwerte über 50 Mikrogramm gemessen, in Lausanne 29 Mal und in Zürich 18 Mal.

Politiker werden aufmerksam

Die Dreckluft ruft nun immer mehr Politiker auf den Plan. So haben die Zentralschweizer Umweltschutzdirektoren Massnahmen auf Bundesebene verlangt. Noch diese Woche wollen die Vorsteher der Umweltschutzämter an einer dringlichen Sitzung über weitergehende Massnahmen zur Reduktion der Luftbelastung diskutieren.

Im Kanton Aargau haben Ärzte für Umweltschutz und der VCS ein rasches Partikelfilter-Obligatorium gefordert. In mehreren Kantonen haben die Behörden die Bevölkerung aufgefordert, auf offene Feuer und Heizen mit Holz wenn möglich zu verzichten, allenfalls auch Dieselfahrzeuge in der Garage stehen zu lassen.

Mitte Januar hatte Umweltminister Moritz Leuenberger Massnahmen gegen Feinstaub präsentiert.

fest/sda