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Nächtliche Strassenschlacht wegen Müll bei Neapel

Über 1000 Personen errichteten Strassenblockaden vor dem Zugang einer bereits bestehenden Halde. (Archivbild)
Freitag, 22. Oktober 2010
Rom - Die Proteste gegen den Bau einer neuen Mülldeponie in Terzigno bei Neapel gehen unvermindert weiter. In der Nacht auf Freitag kam es den fünften Tag in Folge zu gewalttätigen Ausschreitungen.
Über 1000 Personen errichteten Strassenblockaden vor dem Zugang einer bereits bestehenden Halde, die fast voll ist. Die Polizei griff ein, dabei wurde eine Person verhaftet. Auch einige Kameraleute, die die Ausschreitungen filmten, wurden von Sicherheitskräften geschlagen, berichteten italienische Medien am Freitag.

Mit den Protesten in Terzigno befasst sich am heutigen Freitag auch der Ministerrat in Rom. Regierungschef Silvio Berlusconi will mit seinen Ministern Massnahmen zur Bewältigung des Notstands in Neapel besprechen.

Gesundheitsminister Ferruccio Fazio bestritt, dass die Deponie eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung darstellt. Die Bürger klagen jedoch seit Monaten über den unerträglichen Gestank. Sie behaupten zudem, in der Deponie werden gefährliche Substanzen entsorgt. Der Bürgermeister von Boscoreale, Gennaro Langella, reichte aus Protest seinen Rücktritt ein.

ade/sda