Auch auf der indonesischen Insel Sumatra erkrankten nach Medienberichten möglicherweise 200 Überlebende in Auffanglagern an der Seuche. Zerstörte Strassen, ein Mangel an Fahrzeugen und Fehler bei der Koordinierung behindern die Hilfsarbeiten in der Krisenregion.
Hilfe ist dringend nötig
Care International Indonesien berichtete, viele Kinder litten dort bereits an extremen Durchfallerkrankungen und bräuchten dringend Hilfe. Das Eindringen von Meerwasser in das Trinkwassersystem, das feucht-schwüle Klima der Regenzeit und die unzähligen ungeborgenen Leichen seien eine fatale Kombination.
Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln griff am Samstag in die Vorsorgung der Opfer in der indonesischen Provinz Aceh ein. US-Marinehelikopter brachten Lebensmittel und medizinische Hilfe.
Immer noch viele Vermisste
Angesichts der konstant hohen Vermisstenzahlen scheinen sich Befürchtungen zu bewahrheiten, die Flutwelle könnte deutlich mehr als 165 000 Menschen den Tod gebracht haben. Die Schweiz rechnet inzwischen mit etwa hundert Schweizer Todesopfern.
16 Tote mit Schweizer Staatsangehörigkeit wurden identifiziert, gab das Aussenministerium am Samstag bekannt. Für 85 Schweizer Staatsangehörige gebe es praktisch keine Hoffnung mehr. Die Zahl der gesuchten Personen sei auf 550 gesunken, sagte Botschafter Peter Sutter vom Auslandschweizerdienst im EDA.
Calmy-Rey fliegt nach Asien
Die Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey wird heute ins Katastrophengebiet fliegen, um sich ein Bild der Lage zu machen. Auch US-Aussenminister Colin Powell sowie die Direktorin des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF wollen noch am Sonntag nach Südasien reisen.
UNO-Generalsekretär Kofi Annan nimmt in der kommenden Woche an einer Geberkonferenz für die Überlebenden der Flutkatastrophe in Jakarta teil. In einem Interview des amerikanischen Fernsehsenders ABC nannte Annan die Katastrophe das schlimmste Desaster, mit dem die Vereinten Nationen je zu tun hatten.
