Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hatte schon in der Nacht zum Mittwoch in sechs Bezirken den Notstand ausrufen lassen. In La Crescenta und La Caada Flintridge, zwei Vororten von Los Angeles am Fuss der Berge, ordneten die Behörden die Evakuierung von mehr als 230 Wohnhäusern an.
Grund für das Unwetter, der schon vor dem Morgengrauen über Kalifornien herfiel, war der Zusammenstoss zweier Fronten. Ein arktischer Sturm aus dem Golf von Alaska kollidierte mit einem subtropisch warmen und feuchten Wettersystem, das vom Westen über den Pazifik gezogen kam.
Verheerende Schlammlawinen
«Wenn sich ganz kalte mit sehr warmer Luft vermischt, ist das Ergebnis oft sehr heftig», hatte der Klima-Experte Bill Patzert der «Los Angeles Times» erklärt. Seine Vorhersage erfüllte sich. Die Experten fürchteten, dass sich das schwere Unwetter über acht Stunden hinziehen und gut 20 Zentimeter Regen abladen könnte.
Kalifornien leidet bereits seit einer Woche unter anhaltenden Regenfällen und Überschwemmungen. Am Mittwoch aber sollte der Höhepunkt kommen: Gewitter, Hagel, möglicherweise sogar Tornados über dem Land, eine aufgepeitschte See und meterhohe Brecher im Pazifik.
Die Schlammlawinen könnten Geschwindigkeiten von mehr als 50 Kilometer pro Stunde erreichen und alles in ihrem Weg mitreissen, hatte die Expertin Sue Cannon vom U.S. Geological Survey die Bevölkerung in den Bergen gewarnt.
Tatsächlich wurden Bäume entwurzelt, führten elektrische Kurzschlüsse zu Bränden, sackten Häuser an den aufgeweichten Hängen auf, wie der örtliche Sender KTL berichtete.

