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1,2 Millionen Personen erhalten Jodtabletten

Jodtabletten alleine schützen bei einem Reaktorunfall nicht.
Sonntag, 4. Juli 2004
Bern - Im Herbst bekommen in der Schweiz 1,2 Millionen Personen Jodtabletten zugeschickt. Sie sollen im Falle eines AKW-Störfalls vor Schilddrüsenkrebs schützen. Der Kreis der Bezüger wird gegenüber der ersten Verteilaktion ausgedehnt.
Der Versand beginne Ende Oktober und sei vorausichtlich bis Ende Dezember abgeschlossen, bestätigte Paul Dietschy, Projektverantwortlicher von Swissmedic, einen Bericht der NZZ am Sonntag.

Bei der letzten Verteilung im Jahr 1993 haben nur Personen in der Zone 1 im Umkreis von 4 Kilometern um ein AKW Jodtabletten bekommen. In der Zone 2 20 Kilometer wurden die Tabletten von den Gemeinden zentral gelagert. Diese Praxis wird geändert, weil man befürchtet, dass die Verteilung im Ernstfall zu lange dauern würde.

Alte Tabletten haben ausgedient

Die alten Tabletten hätten eigentlich schon Anfang 2002 ersetzt werden müssen. Doch die Änderung einer bundesrätlichen Verordnung Ausweitung auf Zone 2 und ein Rekurs einer unterlegenen Partei, welche sich um die Verteilung beworben hatte, hätten das Ersetzen der Tabletten verzögert, erklärte Dietschy.

Dass auf bisherigen Jodtabletten das Verfalldatum 31.12.2001 stehe, sei nicht problematisch. Die Tabletten sind viel länger haltbar, versicherte Dietschy. Das hätten Analysen gezeigt.

Rechtzeitig eingenommen verhindern Jodtabletten, dass sich eingeamtetes, radioaktives Jod in der Schilddrüse anreichert und dort Krebs verursacht. Allerdings sind die Jodtabletten nur eine zusätzliche Schutzmassnahme. Das Aufsuchen von Schutzräumen bei einem Katastrophenfall bleibt unumgänglich.

rp/sda