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Lunge Athens praktisch verschwunden

Vom Parnitha-Wald ist offenbar fast nur noch Kohle übrig.
Samstag, 30. Juni 2007
Athen - Der Waldbrand bei Athen ist nach Angaben der Feuerwehr weitgehend unter Kontrolle. In zwei Schluchten des Berges Parnitha rund 18 Kilometer nördlich der griechischen Hauptstadt flammten einige Brände jedoch wieder auf.
Rund 400 Feuerwehrleute mit 40 Löschfahrzeugen, fünf Löschflugzeugen und drei Löschhelikoptern sind im Einsatz. Wegen der extremen Trockenheit und der Winde können jederzeit neue Brände ausbrechen.

Alle Behörden blieben in höchster Alarmbereitschaft, teilte die Feuerwehr weiter mit. Zwei Brände in Mittelgriechenland - bei der Stadt Larisa und in der Nähe der Hafenstadt Volos - konnten bislang nur zum Teil gelöscht werden.

Schwarzer Wald

Nach einer ersten Bilanz von Umweltorganisationen wurden beim Waldbrand von Athen rund 2500 Hektar Tannen- und Pinienwald zerstört. Insgesamt ist dieser Wald 3800 Hektar gross. Zudem verendeten unzählige Wildtiere im Flammeninferno.

«Alles ist verkohlt. Wir können ab sofort nicht mehr vom Parnitha-Wald sondern vom Schwarz-Wald sprechen», schrieb die Athener Zeitung «Eleftherotypia» am Samstag zynisch.

Inexistente Lunge

Die bis vor zwei Tagen grösste grüne Fläche der Vier-Millionen-Stadt - der Berg Parnitha, der auch die «Lunge Athens» genannt wird - existiere nicht mehr, hiess es.

Bei den Waldbränden in Mittelgriechenland seien nach ersten Schätzungen 15 000 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche, Busch- und Waldgebiete zerstört worden. Bürgermeister der Region und Einwohner machten Bodenspekulanten für die Katastrophe verantwortlich.

Landesweit waren nach Angaben der Einsatzkräfte in den vergangenen drei Tagen nach einer sechstägigen Hitzewelle mit Temperaturen um die 45 Grad rund 307 Waldbrände ausgebrochen.

ht/sda