Weitreichende Auswirkungen
Experten wie Uta Frith vom University College London argumentieren, dass der Strassenverkehr eine sehr unwahrscheinliche und nicht überzeugende Erklärung für das Entstehen dieser Krankheit ist, berichtet die BBC. Details der aktuellen Studie wurden in den Archives of General Psychiatry veröffentlicht. Die Wissenschaftler nutzten Daten der United States Environmental Protection Agency , um das Ausmass der Luftverschmutzung für Kalifornien zu ermitteln.
Die Ergebnisse wurden in einem nächsten Schritt mit dem Kontakt mit verschmutzter Luft im Mutterleib und den ersten Lebensjahren von 279 Kindern mit Autismus und 245 gesunden Kindern verglichen. Dabei wurde in denen am stärksten belasteten Wohngegenden ein dreimal so hohes Risiko, an Autismus zu erkranken, festgestellt. Die Forscher haben in einer früheren Studie bereits einen Zusammenhang zwischen Autismus und dem Leben an Hauptverkehrsstrassen festgestellt. Sie warnen vor weitreichenden Auswirkungen.
Kausaler Zusammenhang fraglich
Frith fragte sich, wie Luftverschmutzung die Gehirn-Entwicklung verändern und zu Autismus führen kann. Er hält es für sehr unwahrscheinlich, dass dieser Zusammenhang kausal ist. Die Studie brächte keine neuen Erkenntnisse, da keine überzeugende Erklärung dafür geboten werde, wie Luftverschmutzung diese Auswirkungen auf das sich entwickelnde Gehirn haben könnte. Ein Problem bei derartigen Studien sei, dass es nur sehr schwer möglich sei, jeden Aspekt des Lebens zu berücksichtigen, der einen Einfluss auf die Entstehung von Autismus haben kann.
Dazu gehöre zum Beispiel die Familiengeschichte. Die aktuelle Untersuchung kann dem Experten daher nicht davon ausgehen, dass Autismus durch verkehrsbedingte Luftverschmutzung hervorgerufen wird, sondern nur davon, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Sophia Xiang Sun von der University of Cambridge argumentiert, dass eine Reduzierung der Luftverschmutzung durch den Strassenverkehr in jedem Fall sinnvoll wäre.
