Anzeige

Lawinengefahr: Keine Züge über den Gotthard

Die SBB rechnen vorläufig mit einer bis zu einer Stunde längeren Reisezeit zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin.
Mittwoch, 18. Februar 2009
Bern - Nach den starken Schneefällen herrscht in weiten Teilen der Alpen grosse Lawinengefahr. Mehrere Bahnstrecken, darunter die Gotthardstrecke sowie die RhB-Verbindung ins Oberengadin, mussten gesperrt werden. Die SBB gab den Gotthard indes ab 12 Uhr wieder frei.
30 bis 70 Zentimeter Neuschnee in 24 Stunden fielen nach Angaben von SF Meteo in den Alpen und in den Voralpen. Wie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung schreibt, ist die Lawinengefahr gross, was der zweithöchsten von fünf Stufen entspricht.

Am Gotthard wurde der Bahnverkehr am Dienstag nach Betriebsschluss eingestellt. Zwischen Flüelen UR und Airolo TI verkehren Ersatzbusse. Züge ab Zürich, Basel und Luzern nach Mailand werden via Bern-Brig-Domodossola umgeleitet.

Glacier-Express-Züge werden umgeleitet

Bis auf weiteres unterbochen sind die Strecken Oberwald VS-Hospenthal UR sowie Andermatt UR-Sedrun GR und der Autoverlad an der Furka und am Oberalppass. Die Glacier-Express-Züge werden via Lötschberg-Bern-Zürich umgeleitet.

Gesperrt ist auch die Strecke der Rhätischen Bahn RhB von Bergün nach Samedan. Das Oberengadin bleibt aber per Bahn über die Vereina-Linie erreichbar. Aus Sicherheitsgründen musste das Val Bever gesperrt werden.

In Österreich war die Bahnstrecke über den Arlberg-Pass vorübergehend unterbrochen. Nach einer lawinenbedingten Sperrung fahren auch die Euro-City-Züge aus der Schweiz via Buchs SG-Innsbruck nach Wien wieder planmässig.

Gadmen von der Umwelt abgeschnitten

Im Berner Oberland ist Gadmen wegen drohender Lawinen von der Umwelt abgeschnitten. Auch die Bergbahn von Lauterbrunnen nach Mürren ist ausser Betrieb, der Ort ist aber über eine Luftseilbahn erreichbar.

Im Flachland hatten Autofahrerinnen und Autofahrer am Morgen mancherorts mit Glatteis zu kämpfen. Am frühen Morgen gefror auf der Alpennordseite wegen tiefer Temperaturen der Regen. Dies führte zu verschiedenen Verkehrsunfällen.

fest/sda