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Klimawandel bedroht grösstes Tigerreservat

Auf der Suche nach Futter streunen die Tiger manchmal durch die Dörfer.
Dienstag, 27. Februar 2007
Sunderbans-Tigerreservat - Der Klimawandel bedroht das weltweit grösste Tigerreservat Sunderbans in Indien. Steigende Meeresspiegel und Erosionen entlang des Küstenstreifens am Golf von Bengalen haben Tierschützern zufolge die Mangroven-Wälder in den vergangenen Jahren gelichtet.
Damit verringerte sich der Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Tiger. Im dem 26 000 Quadratkilometer grossen Sumpfgebiet an der Grenze zu Bangladesch leben nach Schätzungen von Umweltschützern noch zwischen 250 und 270 Tiger. In den 60er Jahren waren es noch rund 500. Nach offiziellen Schätzungen könnte ihre Zahl noch niedriger sein.

Auf der Suche nach Futter schwimmen die Tiger zwischen den zahllosen Inseln umher und streunen manchmal durch die Dörfer. Mindestens 50 Einwohner sind in den vergangenen fünf Jahren durch die Raubkatzen getötet worden. In Folge des gestiegenen Meeresspiegels sind bereits zwei Inseln im Meer versunken, weitere sind stark gefährdet.

UNESCO-Welterbe

Die Mangroven werden von Salzwasser überschwemmt und sterben ab. Damit hätten die Tiger weniger Möglichkeiten sich vor Wilderern zu verstecken, warnen Tierschützer.

Zudem gehe die Zahl der Flusskrokodile, Fische und Krabben zurück, die den Tigern als Nahrung dienen. Die Regierung des Bundesstaaten West-Bengal plant nun zum Schutz der Tiere eine Wiederaufforstung.

Das Sunderbans-Tigerreservat ist eines der einzigartigsten Ökosysteme in Südasien und gehört zum UNESCO-Welterbe. Vor etwa einem Jahrhundert gab es noch rund 40 000 Tiger in Indien. Mittlerweile ist ihre Zahl auf 3700 gesunken. Nach Schätzungen von Tierschützern könnte sie sogar bei nur noch 1200 liegen.