Der neue Umweltbericht listet aber auch Wege auf, wie Israel, Jordanien und die Palästinenser Wasser sparen könnten, damit sich der Jordan wieder erholt.
Erste Studie
«Damit liegt erstmals eine Studie vor, wie viel Wasser benötigt wird, wo es herkommt und zu welchen Kosten», sagte der Direktor der überregionalen Umweltorganisation Friends of the Earth Middle East FOEME, Gidon Bromberg.
Etwa 180 Teilnehmer kamen zu einer zweitägigen Wasserkonferenz in Amman zusammen, um über die Rettung des Jordans zu diskutieren. Der Jordan sei bis zum Eingreifen des Menschen in das Ökosystem in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ein bis zu 65 Meter breiter Fluss gewesen, sagte Bromberg.
Wasser fast unsichtbar
«Heute ist er an einigen Stellen nur noch knöcheltief und man hat schon Mühe, überhaupt Wasser zu sehen.» Wegen des hohen Salzgehalts seien Bäume wie Pappeln oder Weiden und Tierarten wie Otter völlig verschwunden. «Die Artenvielfalt hat sich halbiert», sagte er.
Derzeit wird nach Angaben der Umweltaktivisten das unbehandelte Abwasser von 30'000 Israelis, 60'000 Palästinensern sowie 250'000 Jordaniern in den Jordan eingeleitet.
Auf öffentlichen Druck hin bauen Israel und Jordanien jetzt neue Klärwerke. Weil das verschmutzte oder versalzte Wasser dann entweder behandelt oder für die Landwirtschaft genutzt wird, fehlt es dem Fluss.
