Das Oszillieren zwischen Form und Formlosigkeit, sowie dem Darstellbaren und Nicht-Darstellbaren bietet eine Möglichkeit das Andere, das Unsichtbare zu sehen.
Alexandra Portmann, Theaterwissenschaftlerin und Dramaturgin, meint in der Eröffnungsrede: «In ihrer aktuellen Fotoserie bilden verschwommene und dadurch scheinbar 'mangelhafte' Fotografien, die aufgrund eines vollen Speicherplatzes der Kamera entstanden sind, den Ausgangspunkt für ihre Arbeit. Durch das Unvermögen der Technik wird eine neue, alternative Perspektive auf den zu fotografierenden Gegenstand geboten, der ohne den erwähnten Mangel in dieser Form für uns verborgen bleiben würde. Die physikalischen Grenzen einer Memory-Card transformieren das Gewohnt-Sichtbare ins Deformierte oder Informelle, das aber schon in ihm angelegt war. Insofern legt das Imperfekte des Materiellen das in ihm enthaltene Immaterielle frei und macht sein Potential auf neue Sehperspektiven sichtbar. Entsprechend wird das häufig als negativ konnotierte Scheitern - in diesem Fall jenes der Technik - positiv genutzt, um dem daraus resultierenden Material selbst, innerhalb eines künstlerischen Prozesses, einen Eigenwert zuzusprechen. Durch ihre künstlerische, prozesshafte Aneignung vermeintlich abstrakter Fragen nach der Grenze von Sicht- und Unsichtbarem, Darstell- und Nichtdarstellbarem lotet Jayn Erdmanski sehr konkret das Potential des Begriffslosen, also des begrifflich Nicht-Fassbaren aus.»
Ausstellung
Talk über Licht und Materie
Sonntag, 10.11.19 von 11 Uhr bis 13 Uhr. Die Künstlerin ist anwesend.
Phänomene in der Physik mit Reinhard Gross, Leiter Sternwarte St. Gallen
Weitere Infos: klostermauer.ch

