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Jangtse weniger verschmutzt als befürchtet

Der Jangtse sei mit dem Rhein vor dreissig Jahren vergleichbar.
Freitag, 2. November 2007
Bern - Der grösste Fluss Chinas, der Jangtse, ist weniger stark verschmutzt als befürchtet. Die Belastung durch Umweltgifte ist vergleichbar mit der des Rheins vor 30 Jahren. Zu diesem Schluss kommen Analysen von Schweizer Wissenschaftern.
Als erste ausländische Forscher konnten Mitarbeiter des Wasserforschungsinstituts EAWAG in Dübendorf ein detailliertes Bild der Verschmutzung des 6300 Kilometer langen Stroms erarbeiten.

Sie hatten 2006 während einer erfolglosen internationalen Suchexpedition nach dem vom Aussterben bedrohten Süsswasserdelfin Baiji Hunderte von Wasserproben genommen.

Die Wasserqualität des drittgrössten Flusses der Welt sei besser als allgemein angenommen, sagte EAWAG-Forscher Michael Berg bei der Vorstellung der Ergebnisse in Bern.

Die Schwermetallkonzentration sei sogar bedeutend tiefer, als vor dreissig Jahren im Rhein.

Enorme Wassermassen

Grund für den relativ niedrigen Schwermetallgehalt seien die enormen Wassermassen des Jangtse. Dies bedeute jedoch keineswegs Entwarnung, sagte Berg. Denn im Gegensatz zu den meisten Flüssen Europas nehme die Verschmutzung des Jangste weiter zu.

Besonders im Delta des Flusses bei Shanghai seien die Belastungen alarmierend hoch. 1500 Tonnen Stickstoff und bis zu 4,6 Tonnen Arsen fliessen laut den Forschern jeden Tag in das Ostchinesische Meer.

Nur durch weitreichende Schutzmassnahmen könnten in den kommenden Jahren die Trinkwasserversorgung und das Überleben von bedrohten Tierarten gesichert werden.

rr/sda