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In der Schweiz herrscht erster Salz-Notstand seit 2005

Der Salzvorrat könnte für die Schweizer Strassen allmählich knapp werden.
Freitag, 12. Februar 2010
Bern - Je länger der harte Winter dauert, umso knapper werden die Salzvorräte der Rheinsalinen. Obwohl die Produktion auf Hochtouren läuft, reicht das Streusalz längst nicht mehr für alle Strassen. Die Folge sind Unfälle mit Verletzten und kostspieligen Blechschäden.
Allein am letzten Mittwochmorgen hatte es auf Schweizer Strassen über zweihundert Mal gekracht. Von der Nachrichtenagentur SDA angefragte Kantonspolizeien hüteten sich zwar, solche Unfallserien auf den eingeschränkten Winterdienst zurückzuführen.

Grundsätzlich hätten die Verkehrsteilnehmer ihre Fahrweise den Strassenverhältnissen anzupassen, sagte etwa Stefan von Below von der Berner Kantonspolizei. Klar sei aber, dass es auf verschneiten Strassen mehr Unfälle gebe. Und Schnee prägt derzeit das Bild auf dem Schweizer Strassennetz.

Seit Wochen wird er in den meisten Kantonen auf Quartier- und Nebenstrassen allenfalls noch weggeräumt, was bei der derzeitigen Kälte aber unvermeidlich zur Bildung einer Eisschicht führt. Das Auftausalz reicht gerade noch für Autobahnen, Hauptstrassen und wichtige Verbindungsstrassen in den Städten. Denn die Salzvorräte sind aufgebraucht.

Seit Oktober 185'000 Tonnen Streusalz ausgeliefert

Seit Oktober haben die Rheinsalinen 185'000 Tonnen Streusalz ausgeliefert. Die Vorräte belaufen sich auf gerade noch 4000 bis 5000 Tonnen, wie Marketing-Leiter Armin Roos auf Anfrage sagte. Zum Vergleich: Zu Spitzenzeiten verlassen 7000 Tonnen Streusalz an einem einzigen Tag die Lager der Rheinsalinen. Derzeit sind es 600 bis 800 Tonnen täglich - die laufende Produktion, wie Roos sagte.

Salz im Ausland zukaufen können die Rheinsalinen nicht, weil überall in Europa Notstand herrscht. Die Lage sei zwar «angespannt», der eingeschränkte Winterdienst in den Kantonen sei aber inzwischen «eingespielt», sagte Roos.

 

fkl/sda