Bei Temperaturen über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit stinkt es an manchen Ecken der Millionenmetropole sprichwörtlich zum Himmel. Anwohner fürchten, Krankheiten könnten sich ausbreiten. Lokale Medien meldeten, die Stadt habe giftiges weisses Pulver über die Abfallberge gestreut, um Ratten und andere Tiere fernzuhalten.
Bereits seit Monaten leidet der Libanon wegen des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien an einer Wirtschaftskrise. Die Müllkrise ist die Folge eines Streits zwischen der Regierung und dem privaten Abfallentsorger Sukleen. Dieser fordert eine neue Abfalldeponie.
Sukleen weigert sich seit einer Woche, den Müll auf eine völlig überfüllte Halde südlich von Beirut zu bringen. Dem libanesischen Blatt «Daily Star» zufolge lagern dort 15 statt der einst vorgesehenen 2 Millionen Tonnen Abfall.
Die Krise verschärfte sich, als Anwohner Sukleen-Müllwagen vor einigen Tagen davon abhielten, auf die Deponie zu fahren. Umweltminister Mohammed al-Maschnuk erklärte am Donnerstagabend, er arbeite an einem Plan, den Abfall vorübergehend an andere Orte zu bringen. Manche Anwohner in Beirut versuchen derweil, sich selbst zu helfen - und zünden den Müll einfach an.
Streit um neue Deponie
In Beirut stapeln sich stinkende Abfallberge
Freitag, 24. Juli 2015
Beirut - Ein Müllnotstand ist in Beirut ausgebrochen. Überall in den Strassen der Hauptstadt des Libanon stapeln sich Abfallberge, die täglich grösser werden.
bert/sda
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