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Banges Warten an der US-Ostküste auf «Sandy»

Hurrikan «Sandy» legt Leben an der US-Ostküste lahm

Der gewaltige Hurrikan Sandy vor der Ostküste.
Langsam wird es in New York ungemütlich.
Der öffentliche Nahverkehr wurde vielerorts (wie hier in New York) eingestellt.
«Sandy» hat Atlantic City erreicht.
Montag, 29. Oktober 2012
New York - Hurrikan «Sandy» hat bereits vor seinem Aufprall auf das US-Festland in Teilen der Ostküste Überflutungen und massive Stromausfälle ausgelöst. Der Wirbelsturm steuerte am Nachmittag (Ortszeit) auf den Süden New Jerseys mit der Spielermetropole Atlantic City zu.
Der Hurrikan peitschte Wasser durch die Strassen der Stadt, Teile der Strandpromenade wurden beschädigt. Auch in anderen Küstenabschnitten machte sich «Sandy» mit sintflutartigen Regenfällen, hohem Wellengang und Überflutungen bemerkbar.

Bereits am Nachmittag waren über eine halbe Million Menschen in mehreren Bundesstaaten von der Stromversorgung abgeschnitten. In den Küstenstädten brachten sich hunderttausende Anwohner aus den ufernahen Regionen in Sicherheit, tausende Geschäfte waren geschlossen. Busse und Bahnen blieben vielerorts seit Sonntagabend in den Depots, Flugverbindungen wurden gestrichen.

Auch in der Millionenmetropole New York brachte der Sturm das öffentliche Leben schon vor seiner Ankunft fast zum Stillstand. Vorsichtshalber blieben Schulen, Behörden und öffentliche Einrichtungen bereits am Montag geschlossen.

Die Wall Street machte erstmals seit 27 Jahren wegen Sturms dicht. Am Nachmittag wurden erste Sturmschäden gemeldet. Unter anderem stürzte auf der New Yorker West Side ein Baukran um.

Sturm am frühen Abend erwartet

Nach Einschätzung des Hurrikanzentrums in Florida sollte das Auge des Hurrikans noch im Laufe im Laufe des frühen Abends gegen Mitternacht MEZ den äussersten Süden New Jerseys oder den Staat Delaware erreichen.

Allerdings wurden wegen des enormen Umfangs des Sturms die möglicherweise schwersten Auswirkungen bis zu hunderte Kilometer weit entfernt erwartet. «Sandy» bewegte sich zuletzt mit etwa 30 Kilometern in der Stunde auf die US-Küste zu. Die Winde in seinem Wirbel erreichten aber 150 Kilometer in der Stunde.

Das auf Risikobewertungen spezialisierte Unternehmen Eqecat schätzte, dass 60 Millionen Menschen in den USA von dem Sturm betroffen sein könnten.

Obama warnt vor tödlichen Folgen

US-Präsident Barack Obama warnte in einer kurzen Ansprache im Weissen Haus, dass der Sturm tödliche Folgen haben könnte. Zugleich versicherte er, dass alles Mögliche zur Vorbereitung auf den Hurrikan getan worden sei. «Ich bin zuversichtlich, dass wir bereit sind», sagte Obama. «Wir werden das zusammen überstehen.» Wegen des Sturms sagte der Präsident mehrere Wahlkampftermine ab.

Wetterexperten befürchten, dass der Hurrikan im Nordosten der USA auf einen Wintersturm stossen könnte. Diese Kombination könnte zum schwersten Unwetter seit August 1991 führen. Damals kamen bei Hurrikan «Bob» an der Ostküste vier Menschen ums Leben. Das Unwetter hatte von South Carolina im Süden bis Maine im Norden hohe Schäden verursacht.

Rund 9000 Flüge annulliert

Die Fluggesellschaften strichen knapp 9000 Flüge, auch zahlreiche Transatlantikverbindungen waren betroffen. In der Schweiz annullierten die Flughäfen Zürich und Genf alle ihre Flüge an die amerikanische Ostküste - von Zürich aus betraf dies acht, von Genf aus zwei Flüge.

Mehr als 1100 Kilometer lang ist der US-Küstenstreifen von Maine bis nach South Carolina, der die Auswirkungen von «Sandy» spüren könnte. Der Hurrikan hatte in den vergangenen Tagen in der Karibik bereits 66 Menschen in den Tod gerissen.
fest/sda