Exakte Opferzahlen wurden nicht genannt. Es waren jedoch die ersten offiziellen Berichte aus dem abgeschotteten Land über Todesopfer, seit die koreanische Halbinsel von tagelangen heftigen Regenfällen heimgesucht wurde. Zuvor hatte KCNA nur Unwetterschäden gemeldet.
Am Mittwoch hatte die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften in einem Bericht über Verwüstungen durch Erdrutsche und Überflutungen in Nordkorea von mehr als 100 Todesopfern und Vermissten gesprochen.
Ganze Dörfer weggespült
In einigen Gegenden seien seit dem Beginn schwerer Regenfälle Ende der vergangenen Woche ganze Dörfer weggespült worden, hiess es. Es werde überprüft, ob internationale Hilfe nötig sei.
Zahlreiche Opfer hat nach dem KCNA-Bericht besonders die westliche Provinz Süd-Pyongan zu beklagen. Dort seien 6200 Wohnhäuser und 490 öffentliche Gebäude zerstört oder beschädigt worden. Ausserdem seien Strom- und Telefonleitungen unterbrochen worden.
Nordkorea drohen durch die Überflutungen neue ernsthafte Versorgungsengpässe. Das Land ist seit Jahren auf Grund der eigenen Misswirtschaft und nach einer Reihe von Naturkatastrophen Mitte der 90er Jahre auf Hilfe von aussen angewiesen.
Zuletzt hatte Südkorea allerdings erklärt, zusätzliche Lieferungen mit Reis und Düngemitteln für das kommunistische Nachbarland auszusetzen. Als Grund nannte Seoul die Raketentests vor zwei Wochen in Nordkorea, die neue Spannungen in der Region ausgelöst hatten.
