Der Scheitelpunkt der Weichsel bewegte sich im Tagesverlauf auf Sandomierz zu, rund 200 Kilometer südlich von Warschau. Der Bürgermeister rief etwa 2000 Einwohner auf, die gefährdeten Stadtteile zu verlassen - doch die meisten Menschen blieben in ihren Häusern.
In der zweiten Mai-Hälfte war dieses Gebiet nach einem Dammriss überflutet worden. Teile der Stadt stehen noch immer unter Wasser. Auch aus dem benachbarten Tarnobrzeg wurden mehrere hundert Menschen in Sicherheit gebracht.
Auch kleinere Flüsse in Südpolen traten über die Ufer. Der Fluss Biala unterspülte eine Eisenbahnstrecke. Ein Zug entgleiste, Menschen wurden aber nicht verletzt.
In den Überschwemmungsgebieten bestand nach der Flutwelle Erdrutschgefahr. In Klodne bei Nowy Sacz zerstörten Erdmassen 30 Häuser, Dutzende waren einsturzgefährdet. Nach einem Erdrutsch wurde die Hauptverbindungsstrasse zwischen Krakau und dem Tatra-Kurort Zakopane gesperrt.
Die Lage an der Oder galt dagegen zunächst noch als stabil. Das Wasser gehe zurück, sagte ein Behördensprecher. Aber auch dort werde in einigen Tagen eine zweite Flutwelle erwartet.
