"Das Wasser dürfte in einigen Bezirken einen halben bis einen Meter steigen, und wir wissen nicht, wann es abfliesst", sagte Regierungschefin Yingluck Shinawatra. Sie fürchtet, dass das Hochwasser mehr als vier Wochen anhalten könne.
Yingluck bezeichnete die Lage als besorgniserregend. Strom- und Wasserversorger sowie andere wichtige Gebäude würden besonders geschützt.
Einsatz rund um die Uhr
Die Anwohner des Chao Phraya sind Überschwemmungen gewohnt. Der Fluss tritt jedes Jahr in der Regenzeit über die Ufer.
Prekärer war die Lage nördlich der Innenstadt. In der Umgebung des alten Flughafens Don Mueang standen zahlreiche Strassen unter Wasser, weil die Hochwassermassen aus Zentralthailand Richtung Süden drückten und die Kanäle durch Bangkok füllten.
An zahlreichen Stellen brachen die Wälle aus Sandsäcken. Tausende Soldaten und Freiwillige waren teils mit Baggern rund um die Uhr im Einsatz, um Dämme zu verstärken.
Das wirtschaftliche Zentrum Bangkoks mit unzähligen Firmensitzen und Hotels blieb trocken. Die Stadtverwaltung tut alles, um die Wassermassen umzuleiten.
Ein Campus der Thammasat-Universität sei 70 Zentimeter unter Wasser gestanden, berichtete der Rektor der Lokalpresse. In dem Gebäude hätten mehr als 4000 Menschen Zuflucht gesucht. Er brauche Trinkwasser und Nahrung für die Menschen.
Mehr als 350 Tote
In der Monsunsaison in Thailand ist 30 bis 45 Prozent mehr Regen gefallen als in vergangenen Jahren. Ein Drittel der thailändischen Provinzen steht nach den verheerenden Monsunregen teilweise unter Wasser. 356 Menschen sind nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde ums Leben gekommen.
2,5 Millionen Menschen sind betroffen. 720'000 Menschen seien wegen der Überschwemmungen erkrankt, sagte der Gesundheitsminister.
