Laut Zivilschutz und Innenministerium starben mindestens zwei Menschen in der Stadt Léogne rund 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Ein Mensch kam zudem ums Leben, als er mit seinem Auto einen angestiegenen Fluss überqueren wollte.
Léogne wurde vollkommen überflutet, auch zahlreiche weitere Städte in allen Regionen des Landes standen wegen der schnell anschwellenden Flüsse unter Wasser. Durch unpassierbare Strassen wurden zudem viele Dörfer von der Aussenwelt abgeschnitten.
In Port-au-Prince regnete es über zehn Stunden ununterbrochen. Nahe des Präsidentenpalastes wurde am Freitagmorgen ein Zeltlager überflutet, in dem Opfer des verheerenden Erdbebens untergebracht waren. In den Strassen lagen angeschwemmter Schutt und Abfall.
Ausbreitung der Cholera drohtDer Tropensturm «Tomas» hatte bereits am Donnerstag für starken Wind und heftigen Regen in Haiti gesorgt. Am Freitag verstärkte sich «Tomas» zu einem Hurrikan der Stufe eins. Sein Zentrum zog im Verlauf des Tages an der Südwestspitze Haitis vorbei und raste mit 135 Stundenkilometern nach Norden auf den Osten Kubas zu.
Das Amerikanische Rote Kreuz warnte davor, dass der Hurrikan den Bemühungen im Kampf gegen die Cholera einen Rückschlag versetzen könne. Heftige Regenfälle könnten die Ausbreitung der Krankheit in den Notlagern wieder fördern. An der Cholera waren in den vergangenen rund zwei Wochen mehr als 440 Menschen gestorben.
Katastrophenhilfe aus den USADie USA bereiteten Katastrophenhilfe für Haiti vor. Es stünden 125'000 Rettungspakete für den Fall bereit, dass der Wirbelsturm in dem Karibikstaat massive Schäden anrichte, teilte das US-Aussenministerium mit.
Mehr als 20 Teams mit Katastrophenhelfern wurden in Bereitschaft versetzt. Darüber ist ein US-Kriegsschiff mit zehn Helikoptern und medizinischen Mitarbeitern an Bord in der Region unterwegs, um Unterstützung bieten zu können.
