Im September 2011 erhielt der «Parco Nazionale del Locarnese» vom Bund das Label «Nationalpark-Kandidat». Das bedeutet, dass er sich in der vierjährigen Errichtungsphase befindet. Im Jahr 2015 werden die Gemeinden im Parkgebiet abstimmen können, ob sie Teil des künftigen Nationalparks sein wollen.
Abgeltung für Grundeigentümer
Pro Natura selbst lancierte die Idee, dem ersten neuen Nationalpark eine Million zu spenden, im Jahr 2000. Damals lancierte die Organisation die Kampagne «Gründen wir einen neuen Nationalpark!» Ziel war es, in der Bevölkerung Akzeptanz und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für neue grosse Schutzgebiete zu schaffen. Eigentlich hatte sich Pro Natura erhofft, dass ein neuer Nationalpark 2009 Realität würde.
Damals entstand auch die Idee, dem ersten neuen Nationalpark eine Million Schweizer Franken zu geben. Mit dem Geld wird der Parkrat den Grundeigentümern die Leistungen der künftigen Nationalpark-Kernzone entgelten können. Zu diesen Leistungen gehört der Erhalt der Biodiversität, der Klimaschutz oder der Erlebniswert.
Für diese Leistungen sehe der Gesetzgeber keine Finanzmittel des Bundes vor, erklärte Pro-Natura-Präsidentin und neu gewählte Nationalrätin Silva Semadeni SP/GR am Samstag auf dem Monte Verità bei Ascona. «Das ist eine entscheidende Finanzierungslücke für die Errichtung von neuen Nationalpärken, deren Kernelement just diese natürlichen Lebensräume sind», sagte Semadeni gemäss Redetext.
Auch Bündner «Parc Adula» soll Million erhalten
Auch der zweite offizielle Nationalpark-Kandidat, der «Parc Adula» GR/TI werde von Pro Natura eine Million Franken versprochen erhalten, sobald er bereit sei. «Pro Natura will beide Nationalpärke und setzt sich mit ihren Mitteln für beide Projekte gleichermassen ein.»
