Nach Überschwemmungen nördlich der Millionenmetropole am Wochenende blieb Thailands Hauptstadt am Montag weitgehend trocken. Der Chao-Praya-Fluss in Bangkok erreichte aber eine Rekordhöhe von 2,39 Metern. Und es regnete weiter in Strömen. Aus dem Meer drohte ein gefährlicher Rückstau.
"Wir werden unser Bestes tun, um Überschwemmungen in Bangkok zu vermeiden," versprach Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Bangkoks Gouverneur Sukhumbhand Paribatra forderte weitere Hilfsmassnahmen für gefährdete Gebiete im Norden der Hauptstadt.
Fast 300 Tote
Bei den bislang schwersten Überschwemmungen seit 1995 sind in Thailand mindestens 297 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 2,3 Millionen Menschen sind betroffen. Die Schäden für die Wirtschaft sollen sich auf umgerechnet rund 3 Milliarden Franken belaufen.
Mehr als 10'000 Unternehmen seien betroffen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Kittirat Na Ranung der thailändischen Nachrichtenagentur Thai News Agency. Auch negative Auswirkungen auf das Vertrauen ausländischer Investoren in Thailands Wirtschaft seien denkbar.
Der Unmut über das Krisenmanagement der Regierung wird derweil immer lauter. Ministerpräsidentin Yingluck habe nicht genug Regierungserfahrung, Fehlalarme und Chaos behinderten die Arbeiten, meinten Kritiker der Regierungschefin, die erst seit August im Amt ist.
Auch Thailands Nachbarländer Kambodscha, Laos und Vietnam kämpfen mit Fluten. Mehr als 550 Menschen in den südostasiatischen Ländern wurden getötet.