«Man kann das Wasser nicht ewig blockieren.» Je länger man es zurückhalte, desto höher steige es. Bangkok hatte zunächst unbedingt geschützt werden sollen. Deshalb das Wasser war dort durch kilometerlange Wälle aus Sandsäcken am Abfliessen in Richtung Süden und damit ins Meer gehindert worden.
Ein Damm, der einen Kanal mit Trinkwasser für die Hauptstadt schützt, brach auf einer Länge von 20 Metern. Ingenieure konnten den Bruch reparieren. In Bangkok gibt es nach Angaben der Behörden 200 Schleusen, die den Wasserstand in dem rund 2600 Kilometer umfassenden Kanalnetz regulieren.
Pumpen sollen helfen
Yingluck zufolge sollen gleichzeitig Pumpen die Wassermassen aus der Stadt befördern. Die knapp 160 Pumpstationen der Hauptstadt müssen demnach schätzungsweise zehn Milliarden Kubikmeter Wasser aus Bangkok herausleiten, wenn die Fluten am Wochenende wie vermutet die Hauptstadt erreichen.
Nach Angaben eines Sprechers der Stadtverwaltung werden die Wassermassen aus dem Landesinneren in der Nacht zum Freitag im Norden Bangkoks erwartet. Die Regierung mobilisierte 50'000 Soldaten und 30'000 Polizisten, um vor allem die Deiche vor ihrer Zerstörung durch die Bevölkerung aus bereits überschwemmten Gebieten zu schützen.
Flucht aus Überschwemmungsgebieten
Der Gouverneur von Bangkok rief die Einwohner auf, ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Im Stadtzentrum parkten Autofahrer hunderte Fahrzeuge auf Brücken und in höher gelegenen Strassen, um sie vor den Fluten zu schützen.
Thailand erlebt seit mehr als zwei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Mehr als 320 Menschen kamen ums Leben, Millionen Menschen im Norden und im Zentrum des Landes verloren ihre Häuser.
