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«Schreckliche Tragödie»

Feuer in indischem Spital - mindestens 61 Todesopfer

Freitag, 9. Dezember 2011
Neu Delhi - Bei einem Grossbrand in einem Spital der ostindischen Millionenstadt Kolkata (früher Kalkutta) sind mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte die Regierungschefin des Unionsstaates Westbengalen, Mamata Banerjee, am Freitag mit.
Die Nachrichtenagentur IANS berichtete unter Berufung auf Klinikpersonal von bis zu 73 Todesopfern. Es handle sich um 70 Patienten und 3 Angestellte der privaten AMRI-Klinik.

Die meisten Opfer seien wahrscheinlich an Rauchvergiftung gestorben, sagte ein Sprecher der Landesregierung. Demnach war der Brand am frühen Morgen Ortszeit aus bislang ungeklärter Ursache im Keller ausgebrochen. Rauch und giftige Dämpfe hätten sich anschliessend schnell in dem mehrstöckigen Gebäude ausgebreitet.

Mindestens 160 Patienten seien zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Spital behandelt worden, berichtete IANS. Zudem hätten sich zahlreiche Angestellte sowie eine unbekannte Zahl von Angehörigen in der Klinik aufgehalten. In Indien ist es üblich, erkrankte Verwandte ins Spital zu begleiten und dort mit ihnen zu übernachten.

Vorwürfe an Feuerwehr

Wie die Polizei mitteilte, gelang es Feuerwehrleuten, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Angehörige von Opfern warfen der Feuerwehr jedoch vor, erst mindestens zwei Stunden nach Ausbruch des Brandes und schlecht ausgerüstet am Unglücksort eingetroffen zu sein.

Vor allem aus den oberen Etagen hätten viele hilflose Patienten nicht evakuiert werden können, da die Feuerwehr zunächst keine Hebebühne zur Klinik gebracht habe, berichtete der Augenzeuge Pradeep Sarkar gegenüber IANS. Wer konnte, habe sich mit Hilfe von Leitern, Seilen oder zusammengeknoteten Bettlaken ins Freie gerettet.

Nicht der erste Brand

Ministerpräsidentin Banerjee sprach von einer «schrecklichen Tragödie». Sie kündigte eine Untersuchung an. Die Verantwortlichen sollen strafrechtlich belangt werden.

Nach Medienberichten wurde gegen die Spitalverwaltung bereits Anzeige wegen Missachtung von Sicherheitsbestimmungen erstattet. Auch die Betriebserlaubnis sei den Betreibern vorübergehend entzogen worden. In der Klinik im Süden von Kolkata hatte es bereits Ende 2008 einen Brand gegeben, bei dem jedoch niemand zu Schaden gekommen war.

bg/sda