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Simplon-Strecke für normalen Verkehr gesperrt

Feuer im Simplontunnel unter Kontrolle

Lösch- und Rettungszug der SBB.
Donnerstag, 9. Juni 2011
Bern - Das Feuer im Simplon-Tunnel ist unter Kontrolle. Seit kurz nach 18 Uhr können die Einsatzkräfte kein offenes Feuer mehr ausmachen. Glutnester gibt es aber weiterhin.
Die Lage ist immerhin so weit unter Kontrolle, dass Experten den Zustand der zweiten, nicht direkt vom Brand betroffenen Tunnelröhre untersuchen können. Dies sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig. Von ihrer Beurteilung hängt es ab, ob ab Freitag wieder Züge durch den Simplon fahren.

Im besten Fall wird ein Shuttle-Betrieb zwischen Brig und Domodossola eingerichtet, wie Ginsig sagte. Die regulären Züge würden in diesen Orten wenden, die Bahnpassagiere müssten also zweimal umsteigen. Es werde auf jeden Fall zu Fahrzeitverlängerungen kommen, sagte der SBB-Sprecher.

Bahnersatzbusse

Ist dies nicht möglich, fahren Bahnersatzbusse über den Simplon. Der Ersatzdienst ist seit Donnerstagabend in Betrieb. Die Busse werden von Polizeiautos begleitet. Wegen des dichten Rauchs aus dem Südportal des Tunnels hatte am Donnerstag auch die Strassenverbindung unterbrochen werden müssen. Für den normalen Verkehr bleibt die Simplon-Strecke vorerst gesperrt.

Ausgebrochen war das Feuer am frühen Morgen in einem einzelnen Güterwagen, der mit Stahl- und Keramikprodukten beladen war. Wegen der grossen Hitze im Tunnel fingen auch weitere Wagen des Güterzuges Feuer.

Drei Löschzüge

Die Löscharbeiten gestalteten sich äusserst schwierig, weil sich im Tunnel eine enorme Hitze entwickelte. Im Einsatz standen drei Löschzüge von SBB und BLS mit insgesamt rund 50 Feuerwehrleuten. Wegen der Luftströmung im Tunnel trat der Rauch im Süden aus, so dass die Löschaktion vom Norden aus durchgeführt wurde.

Ausser zwei Löschzügen der SBB aus Bern und Brig VS war zunächst auch der Löschzug für den Lötschbergbasistunnel von Frutigen BE herbeigerufen worden. Deswegen war auch der Basistunnel nicht befahrbar, bis am Nachmittag ein weiterer SBB-Löschzug aus Lausanne den BLS-Löschzug ablöste.

bg/sda