Derzeit wird die Station in einer Halle in Brüssel dem Publikum vorgestellt. Ab November 2007 wird sie auf einem Granitfelsen im Dronning-Maude-Land in der Ostantarktis als Forschungsstation aufgebaut.
Die Station wird ausschliesslich durch Solar- und Windkraft mit Energie versorgt. «Es war sehr wichtig für uns, dass wir gezeigt haben, dass man auch mit nachhaltigen Materialien sehr kreativ sein kann», so Johan Berte, der für die Konzeption der Station verantwortlich ist.
Nach Kriterien der Nachhaltigkeit konstruiert
Die schotenähnliche Konstruktion, die maximal 20 Forschern zur Verfügung stehen wird, wurde ausschliesslich nach Kriterien der Nachhaltigkeit und nicht nach dem äusserlichen Erscheinungsbild konstruiert, erklärt Berte. «Ästhetik spielte dabei keine Rolle», so Berte.
Die 380 Quadratmeter grossen Solarzellen-Panelen der Station sind durch Plexiglas geschützt, die neun Meter hohen Steher der acht Windturbinen halten auch den extremen Stürmen stand. Für den absoluten Notfall steht eine Notstromanlage auf Basis zweier Dieselgeneratoren zur Verfügung. Drei Viertel der Abwässer werden wiederaufbereitet.
Zu 80 Prozent aus Holz
Das Gebäude besteht zu 80 Prozent aus Holz. Ein Stahlmantel soll zusätzlich Stabilität bringen. Die wichtigen Systeme sind im Herzen der Station untergebracht - damit kann die Hitze, die von ihnen ausgeht, auch den Rest der Anlage wärmen. «Ideale Isolierung sorgt dafür, dass es in der Station immer eher wärmer als kälter ist», erklärt Berte.
Ab November 2008 werden in der 11,5 Mrd. teuren Station dann die ersten Wissenschaftler den Südsommer verbringen. Das erste Forscherteam wird der Glaziologe Frank Pattyn von der Université Libre de Bruxelles leiten. Sein Interesse gilt dem Klimawandel und der Erderwärmung in der Antarktis.
Finanziert wurde das Projekt «Prinzessin Elisabeth» ausschliesslich von privaten Investoren. Die Betriebskosten werden vom belgischen Staat übernommen.
