Die Entladung von etwa 400 Tonnen giftigen Ölabfalls in Abidjan hat nach offiziellen Angaben zum Tod von drei Menschen und zur Erkrankung von etwa 3000 weiteren geführt. Wegen des Müllskandals war am Mittwoch die ivorische Regierung zurückgetreten.
«Dies ist der grösste Giftmüllskandal in Afrika, der je bekannt geworden ist», sagte Umweltexperte Andreas Bernstorff aus Heidelberg. «Das Abladen des gefährlichen Mülls verstösst sowohl gegen das ivorische als auch gegen europäisches Recht», fügte er hinzu. Unterdessen traf ein französisches Team in Abidjan ein, um bei der Schadensbegrenzung zu helfen.
Stinkendes Öl
Das verunreinigte Öl habe stark gestunken, als es in Amsterdam entsorgt werden sollte, berichtete die Zeitung «de Volkskrant». Ein Spezialbetrieb habe einen Zuschlag gefordert und mehr Zeit verlangt als der Auftraggeber aufbringen wollte.
Daraufhin sei das vom niederländischen Unternehmen Trafigura Beheer BV gecharterte Schiff wieder ausgelaufen. Nach Darstellung der Firma handelt es sich um mit Soda versetztes Spülwasser aus der Reinigung von Öltanks.
Nach einer Inspektion durch das zuständige Ministerium habe das Schiff Amsterdam ungehindert verlassen können, da für diese Art von «Schiffsabfall» keine Ausfuhrerlaubnis erforderlich sei, berichtete die Zeitung.
Keine international anerkannte Zulassung
Die «Probo Koala» habe zunächst in Nigeria ihre Ölladung gelöscht, den Giftmüll aber auch dort nicht abgeladen. Das Unternehmen, das in der Elfenbeinküste schliesslich die Entsorgung übernahm, hat nach Angaben der Zeitung keine international anerkannte Zulassung und verfüge über keine Apparatur zur Verarbeitung von verunreinigtem Öl.
Der Tanker sei inzwischen nach Estland unterwegs und werde am Samstag im Hafen Paldiski erwartet, berichtete ein niederländisches Unternehmen, das Schiffsbewegungen weltweit verfolgt.
