Seither findet jedes Jahr am 18. März eine Gedenkfeier statt. In der Kirche beten die Gläubige den Rosenkranz, dieses Jahr mit allen Schülerinnen und Schülern sowie dem Landamann und dem Ständerat. Pfarrer Guggenbühl zeigte in der Kirche das Wandbild links vom Hauptaltar. Das Wandgemälde aus dem Jahr 1625 von Moritz Girtanner zeigt, wie Gott mit Feuerpfeilen auf das Dorf schiesst. Der Schutzpatron der Kirche St.Mauritius, ein römischer Legionär, bittet auf dem Wandbild um Vergebung und Gnade.
Brandursache
Über die Brandursache ist man sich noch heute nicht ganz im Klaren. Eine Frau sei beim Buttersieden im Wirtshaus «Zum Ochsen», zu einem nachbarlichen Schwatz gegangen, die Butter sei übergelaufen und das so aufflackernde Herdfeuer habe rasch um sich gegriffen. Interessant ist auch die Aussage von Fridli Schnider in seinem Geständnis, das er am 3./4. Dezember 1560 kurz vor seiner Hinrichtung in Lichtensteig bestätigte. Im Auftrag von Mathys Murer, dem eigentlichen Brandstifter, soll er in Appenzell an einigen Stellen Pulver gestreut haben.
Der Dorfbrand hatte sich schnell in der ganzen Eidgenossenschaft rumgesprochen. Gerne hat Appenzell die Hilfeleistungen aus der ganzen Schweiz angenommen. Bereits am 29. März 1560 wurden erste Arbeiten zum Bau einer neuen Pfarrkirche in Angriff genommen.
Verschiedene Veranstaltungen
Zum Gedenkjahr finden verschieden Veranstaltungen statt. Das Freilichttheater «De Brand vo Appezöll» feiert am 19. Juni 2010 Premiere und spielt bis am Sonntag den 4.Juli 2010. Begleitend zu den Theateraufführungen werden die Fundstücke der aktuellen archäologischen Grabung am Schmäuselmarktnochmals ausgestellt. Die Archäologen bestätigen, dass es Fundstücke aus dem Dorfbrand vor 450 Jahren sind.




