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China sperrt sich im Klimaschutz

China wird die USA als grösster Verschmutzer möglicherweise schon bald ablösen.
Montag, 4. Juni 2007
Peking - China lehnt bindende Ziele beim Klimaschutz ab. Die reichen Staaten müssten die Führung übernehmen, die Treibhausgase zu reduzieren, heisst es im ersten nationalen Klimaplan, der vorgestellt wurde.
China fordert darin technische und finanzielle Unterstützung für die Entwicklungsländer bei ihren Bemühungen zum Klimaschutz. Drei Viertel der von 1950 bis 2002 in der Atmosphäre angesammelten Treibhausgase stammten von den Industrienationen, erklärte der Minister der mächtigen Reform- und Entwicklungskommission, Ma Kai.

«Deswegen haben die entwickelten Länder eine unausweichliche Verantwortung für den Klimawandel», sagte er. Es wäre «ungerecht», bindende Ziele für Emissionen festzulegen, die den Entwicklungsstatus eines Landes ignorierten.

Solche Vorgaben würden die Entwicklung der armen Staaten beeinträchtigen, sagte Ma Kai: «In der abschliessenden Analyse ist Klimawandel eine Entwicklungsfrage.»

Bald grösster Verschmutzer

China, das mit 1,3 Milliarden Einwohnern bevölkerungsreichste Land der Erde, wird nach Expertenansicht noch dieses Jahr die USA als grösster Produzent von Kohlendioxid überholen. Als Entwicklungsland ist China von den Verpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll ausgenommen.

Präsident Hu Jintao wird auf dem G-8-Gipfel mit der Forderung konfrontiert werden, dass sich China stärker an den weltweiten Bemühungen beteiligt und ebenfalls zur Verringerung der Treibhausgase beiträgt. Minister Ma Kai bekräftigte, dass China Verantwortung übernehmen wolle.

Mehr Aufforstungen

Dem Plan zufolge will die kommunistische Regierung der Volksrepublik erneuerbare Energien fördern, die Landwirtschaft besser an die veränderten Temperaturen anpassen und grössere Gebiete aufforsten. Der 60-seitige Plan verspricht, «Klima-Politik in davon betroffene Bereiche zu integrieren».

ht/sda