Das Gift treibe nun stromabwärts in Richtung weiterer Städte, bevor es über das Delta des Perlflusses bei Hongkong das Südchinesische Meer erreicht. Kadmium kann Leber- und Nierenschäden sowie Knochenkrankheiten verursachen.
Dem örtlichen Fernsehen zufolge handelt es sich bei der Schmelzerei um die drittgrösste Chinas. Die Behörden hätten die Verantwortlichen aufgefordert, den Betrieb einzustellen. Um den Giftteppich zu verdünnen, sei stromaufwärts zudem Wasser aus Reservoiren freigesetzt worden, berichtete «Guangzhou». Die Kadmium-Konzentration nehme inzwischen wieder ab.
Mitte November hatte es bereits in der nordöstlichen Provinz Jilin eine Umweltkatastrophe gegeben. Damals gelangten rund 100 Tonnen Krebs erregendes Benzol in den Fluss Songhua. Der mit Gift verseuchte Schlick zog unter anderem in die Metropole Harbin, wo rund neun Millionen Einwohner fast eine Woche ohne fliessend Wasser waren. Gegenwärtig treibt er weiter auf Russland zu.
