Botschafter Martin gab aber zu bedenken, dass die indonesischen Behörden nach dem von der Erdbebenkatastrophe ausgelösten Chaos versuchten, in der Provinz Aceh wieder die Kontrolle zu übernehmen. Sie wollen einfach wissen, wieviele Leute dort sind und mit welchem Ziel.
Rebellen verhalten sich ruhig
Er habe die Gerüchte ebenfalls vernommen, dass Rebellen der Bewegung für ein unabhängiges Aceh GAM die Mitglieder von Hilfsorganisationen oder auch Armee-Angehörige anderer Länder ins Visier nehmen könnten. Er glaube aber nicht daran.
Die GAM habe unmittelbar nach dem Tsunami einen Waffenstillstand angekündigt. Zurzeit gebe es keine Anzeichen, dass die Rebellen ihre Aktivitäten wieder aufnehmen würden, sagte Martin. Sie würden so auch ihren eigenen Interessen schaden, wenn sie die Helfer der internationalen Gemeinschaft behelligten.
In Aceh, wo beim Beben über 100 000 Menschen starben, kämpfen Aufständische seit mehr als 30 Jahren für einen unabhängigen islamischen Staat. Bei den Auseinandersetzungen kamen über 12 000 Menschen ums Leben.
