Anzeige

Botschafter dementiert Einschränkungen in Aceh

In Aceh kämpfen Aufständische seit mehr als 30 Jahren für einen unabhängigen islamischen Staat.
Donnerstag, 13. Januar 2005
Bern - Der Schweizer Botschafter in Indonesien, Georges Martin, hat Meldungen widersprochen, dass die Bewegungsfreiheit von ausländischen Helfern in der Krisenregion Aceh durch die Regierung eingeschränkt werde. Von NGO habe er bisher kein Klagen erhalten.
Die Vertreter der Nichtregierungsorganisationen NGO und die UNO-Koordinatoren würden sich täglich in der Provinzhauptstadt Banda Aceh treffen, um ihre Arbeiten zu koordinieren. Bisher seien an diesen Treffen keine Klagen laut geworden, sagte der Diplomat in einem Gespräch mit dem Nouvelliste.

Botschafter Martin gab aber zu bedenken, dass die indonesischen Behörden nach dem von der Erdbebenkatastrophe ausgelösten Chaos versuchten, in der Provinz Aceh wieder die Kontrolle zu übernehmen. Sie wollen einfach wissen, wieviele Leute dort sind und mit welchem Ziel.

Rebellen verhalten sich ruhig

Er habe die Gerüchte ebenfalls vernommen, dass Rebellen der Bewegung für ein unabhängiges Aceh GAM die Mitglieder von Hilfsorganisationen oder auch Armee-Angehörige anderer Länder ins Visier nehmen könnten. Er glaube aber nicht daran.

Die GAM habe unmittelbar nach dem Tsunami einen Waffenstillstand angekündigt. Zurzeit gebe es keine Anzeichen, dass die Rebellen ihre Aktivitäten wieder aufnehmen würden, sagte Martin. Sie würden so auch ihren eigenen Interessen schaden, wenn sie die Helfer der internationalen Gemeinschaft behelligten.

In Aceh, wo beim Beben über 100 000 Menschen starben, kämpfen Aufständische seit mehr als 30 Jahren für einen unabhängigen islamischen Staat. Bei den Auseinandersetzungen kamen über 12 000 Menschen ums Leben.

rp/sda