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Bohrinsel-Explosion: Ölpest vor US-Küste

Die US-Küstenwache entdeckte beim Überflug vor der Küste von Louisiana einen rund 30 mal 30 Kilometer grossen Ölteppich. (Archivbild)
Sonntag, 25. April 2010
New Orleans - Fünf Tage nach dem Sinken einer Bohrinsel im Golf von Mexiko zeichnet sich nun doch eine Ölpest vor der US-Küste ab. Aus zwei Lecks unter Wasser trat nach Angaben des britischen Betreiberkonzerns BP Rohöl aus.
Diese bildete bereits einen rund tausend Quadratkilometer grossen Ölteppich. «Die Vermutung ist, und wir betonen, dass es sich um Schätzungen handelt, dass am Tag rund tausend Barrel auslaufen», sagte ein BP-Sprecher. Tausend Barrel Öl entsprechen etwa 159'000 Litern.

Die Lecks befinden sich demnach in einer Wassertiefe von rund 450 Metern an einem Verbindungsrohr zwischen Bohrloch und der Bohrinsel. Das Ziel sei nun, das auslaufende Öl zu stoppen. Am Freitag hatte es noch geheissen, kein Öl fliesse ins Meer.

700'000 Barrel Dieseltreibstoff

Ein weiteres Umweltrisiko stellten rund 700'000 Barrel Dieseltreibstoff dar, die zum Zeitpunkt der Explosion am Dienstag auf der Bohrinsel gelagert waren. «Der Verbleib des Dieseltreibstoffs ist unklar», sagte ein BP-Sprecher.

Die US-Küstenwache entdeckte beim Überflug über das Seegebiet gut 60 Kilometer vor der Küste von Louisiana einen rund 30 mal 30 Kilometer grossen Ölteppich. BP bestätigte diese Angaben.

Mit einer grossen Räumungs- und Säuberungsaktion soll nun verhindert werden, dass das Öl an die Küste der Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi gelangt. Dort befindet sich ein Ökosystem mit Wasservögeln, Garnelen und Austernbänken.

Die US-Küstenwache stellte die Suche nach elf vermissten Bohrinsel-Arbeitern unterdessen ein. 115 Arbeiter hatten von der Bohrinsel gerettet werden können, 17 von ihnen mussten mit Verletzungen ins Spital gebracht werden.

Auf der riesigen Plattform «Deepwater Horizon» hatte sich am Dienstag eine gewaltige Explosion ereignet. Zwei Tage später sank die Bohrinsel.

zel/sda