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Bewohner in Graubünden von Häusern abgeschlossen

Auch im Walliser Dorf St. Niklaus können nach dem Felssturz 110 Personen noch nicht nach Hause zurück.
Freitag, 22. November 2002
Chur - Trotz starker Niederschläge sind in den Bündner Unwettergebieten keine weiteren Rüfen niedergegangen. 174 Personen blieben nach wie vor evakuiert.
Erst im Verlauf des Nachmittags liess der Regen in den Bündner Unwettergebieten langsam nach. Dennoch konnten die Aufräumarbeiten ohne Unterbrüche fortgesetzt werden. Laut Mitteilung des kantonalen Führungsstabes kam auch die Räumung der Verkehrswege gut voran.

Die Strasse nach Schlans wurde so weit geräumt, dass die Helfer für die Arbeiten im zweigeteilten Dorf erstmals auch schwere Maschinen einsetzen konnten. Allerdings bleiben die Arbeiten nach wie vor auf jene Gebiete beschränkt, in denen keine Gefahr durch weitere Hangrutschungen oder Rüfen besteht. Die Bevölkerung wird gebeten, Ausflüge in die betroffenen Regionen zu unterlassen.

In Schlans konnten 100 Personen nach wie vor nicht in ihre Häuser zurückkehren. Ausserdem müssen 35 Menschen aus Panix, 31 aus Rueun sowie 8 aus Roveredo im Misox auch diese Nacht in fremden Häusern verbringen. Die vom Militär kontrollierten Sperrzonen in Schlans und Rueun wurden aufrechterhalten.

Bei der Rhätischen Bahn RhB sind die Wiederherstellungsarbeiten gut fortgeschritten. Die Aufnahme des fahrplanmässigen Betriebs zwischen den Stationen Ilanz und Tavanasa/Brigels ist für Samstag vorgesehen.

Auf der weiterhin unterbrochenen Strecke von Tavanasa nach Disentis wurde ein Ersatzdienst mit Bussen eingerichtet. Mit der Öffnung dieses Streckenabschnitts ist laut RhB frühestens gegen Weihnachten zu rechnen.

Im Walliser Dorf St. Niklaus scheint nach dem Felssturz die grösste Gefahr gebannt. Gleichwohl bleiben zurzeit 111 Einwohnerinnen und Einwohner evakuiert. Man rechnet damit, dass einzelne Brocken noch hinunterstürzen. Die Zuglinie Brig-Visp-Zermatt läuft wieder.

bsk/sda