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Bei Bränden in Nordostspanien sterben fünf Menschen

Erste Todesfälle in Spanien.
Montag, 11. August 2003
Madrid/Lissabon/Paris - Waldbrände haben in Europa erneut Menschenleben gefordert und Hunderte zur Flucht gezwungen. In Spanien fanden Feuerwehrleute die Leichen von vier Erwachsenen und einem Kind.
Nach Regierungsangaben erstickten die fünf Personen - die offenbar zur selben Familie gehörten - bei ihrer Flucht vor den Flammen. Der Vorfall ereignete sich im Nordosten des Landes. 500 Menschen wurden vorübergehend aus der Gegend evakuiert. Seit Anfang des Monats verbrannten in Spanien fast 30 000 Hektar Wald.

Auch in Portugal kämpft die Feuerwehr weiter gegen die Brände. Die Bewohner von vier Dörfer im Südwesten des Landes mussten ihre Häuser aus Sicherheitsgründen verlassen. Eine Feuerfront von fünf bis sechs Kilometern Breite näherte sich den Ortschaften. Ein Behördensprecher bezeichnete die Lage als Besorgnis erregend.

Im Krisengebiet bei Marmelete in der Touristenregion Algarve, wo am Sonntag ebenfalls Hunderte Menschen ihre Häuser hatten verlassen müssen, sei es bedeutend ruhiger. Fünf mutmassliche Brandstifter wurden seit Sonntag festgenommen.

Auch in Italien sind viele Waldbrände nach Expertenmeinung das Werk von Brandstiftern. Der Ökomafia gehe es dabei darum, durch die Feuer neues Bauland zu erhalten.

Es gebe aber auch den Verdacht, dass Wälder angesteckt würden, um später an der Wiederaufforstung zu verdienen.

Allein in den vergangenen Tagen wurden mehrfach Brandstifter festgenommen. Einigen sei Geld gezahlt worden. Den Behörden geht es jetzt vor allem darum, zu klären, wer solche Brandstiftungen in Auftrag gibt.

Unterdessen lodern die Flammen in Süditalien weiter. Vor allem die berühmte Amalfi-Küste bei Neapel ist bedroht. Löschhelikopter sind im Einsatz, um ein Feuer über den Hügeln von Positano zu löschen.

Auch in Frankreich verbrannten am Wochenende erneut 3000 Hektar in der Region Lozère unweit des Cevennen-Nationalparks. In der Nacht mussten mehrere Campingplätze geräumt werden; ein Feuerwehrmann wurde bei Löscharbeiten verletzt. Nordöstlich von Nizza und im Süden Korsikas kämpfen hunderte von Feuerwehrmännern gegen die Brände.

bert/sda