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BP stoppt erstmals Ölfluss im Golf von Mexiko

Es läuft kein Öl mehr aus.
Freitag, 16. Juli 2010
Houston - Erstmals seit drei Monaten fliesst kein Öl mehr aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko. Experten des Ölkonzerns BP gelang es, alle Ventile eines Auffangzylinders zu schliessen.
Das Ölleck vor der US-Küste sei damit zumindest vorübergehend geschlossen, sagte BP-Topmanager Ken Wells. Es ist der erste entscheidende Durchbruch im Kampf gegen die gigantische Ölpest.

Seit 21.20 Uhr MEZ «fliesst kein Öl mehr in den Golf von Mexiko», sagte Wells. Das sei «schön zu sehen». Allerdings warnte er zugleich vor überzogenen Erwartungen. Zunächst bleibe das Leck in 1500 Meter Tiefe lediglich zu Testzwecken geschlossen. «Die Tests haben gerade erst begonnen.»

Nach mehreren Verschiebungen hatte der Ölkonzern zuvor mit dem Versuch zum Einsatz des neuen Abdichtzylinders begonnen. Innerhalb von 6 bis 48 Stunden sollte sich zeigen, ob das Bohrloch wie erhofft durch den Abdichtzylinder geschlossen werden kann - und das Bohrloch dem dadurch erhöhten Druck standhält.

Angst vor neuen Lecks

Es besteht die Sorge, dass durch die Kraft des aus der Tiefe aufschiessenden Öls neue Lecks in die defekte Fördervorrichtung in rund anderthalb Kilometer Meerestiefe gerissen werden könnten. Wegen dieser Befürchtung war der Start der Tests bereits zwei Mal verschoben worden.

Mit der nun vorerst erfolgreichen neuen Abdichtvorrichtung hofft BP endlich dem seit knapp drei Monaten andauernden Desaster ein Ende zu setzen. Die BP-Plattform «Deepwater Horizon» war am 20. April explodiert und zwei Tage später gesunken.

Dies verursachte die grösste Ölkatastrophe in der US-Geschichte, das ausströmende Öl bedroht vor allem die Ökosysteme im Golf von Mexiko und an den Küsten im Süden der USA.

Bislang strömten Schätzungen der Internationalen Energieagentur zufolge zwischen 2,3 und 4,5 Millionen Fass Öl ins Meer. Das entspricht zwischen der 58- und 112-fachen Menge, die 1989 bei der Ölkatastrophe der Exxon Valdez in Alaska ausgelaufen war.

sl/sda