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Ausschreitungen in Neapel gegen Mülldeponie

Das Entsorgungsproblem in Neapel ist weiter ungelöst.
Samstag, 5. Januar 2008
Neapel - Am Rande von Neapel gingen die Proteste gegen die Wiedereröffnung einer Mülldeponie auch am Samstag weiter. Dabei kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizisten.
Demonstranten hätten Steine auf Polizisten geworfen, die eine Blockade vor der Deponie in Pianura westlich der süditalienischen Stadt aufheben wollten, teilte die Polizei mit. Auf Bildern des Fernsehsenders Sky TG 24 war zu sehen, wie Polizisten mit Schlagstöcken auf Demonstranten einprügelten.

In der Nacht wurden zwei Demonstranten verletzt, als sie sich 20 Lastwagen in den Weg stellten, die Material für die Inbetriebnahme der Anlage liefern sollten.

Angst vor Gestank

Bereits in der Nacht zum Freitag hatte es Proteste an der Mülldeponie gegeben. Demonstranten zündeten nach Polizeiangaben vier Busse an, mit denen sie zuvor die Zufahrt zur Abfalldeponie versperrt hatten.

Die Anwohner der 1996 geschlossenen Deponie sperren sich aus Angst vor Gestank gegen deren Wiedereröffnung. Die Halde soll bis zum kommenden Jahr Abhilfe gegen das Müllproblem in Neapel schaffen. 2009 soll eine Müllverbrennungsanlage in Betrieb gehen.

Chronisches Entsorgungsproblem

Neapel leidet unter einem dauerhaften Entsorgungsproblem. Die Deponien sind chronisch überlastet, ausserdem wurden von der örtlichen Mafia betriebene Müllhalden geschlossen. Das Geschäft mit der Abfallentsorgung ist nach Ansicht von Experten nach dem Drogenschmuggel die wichtigste Einnahmequelle der Camorra.

In den Strassen Neapels liegen nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa 3700 Tonnen Abfälle herum.

ht/sda