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An der Arktisküste lösen sich riesige Eisschollen

Seit Jahrzehnten geht das Schelfeis an den Polen zurück.
Mittwoch, 30. Juli 2008
Montréal - Vom grössten Eisschelf der Arktis haben sich zwei riesige Eisschollen gelöst, die jetzt als schwimmende Inseln im Meer treiben. Es war der grösste Eis-Abbruch in der Arktis seit drei Jahren.
Wie die kanadische Eisbehörde am Dienstag mitteilte, lösten sich die Blöcke vom Eisschelf Ward Hunt, der zur Ellesmere-Insel gehört.

Eine der beiden Treibeisinseln sei 14 Quadratkilometer gross, die zweite vier bis fünf Quadratkilometer. Damit haben sie zusammen rund die Hälfte der Fläche des Kantons Basel-Stadt.

Die neuen Eisabbrüche wurden von kanadischen Wissenschaftern bei einem Aufklärungsflug entdeckt und anschliessend durch Satellitendaten bestätigt.

Weniger Eis an den Polen

Bei einem besonders spektakulären derartigen Ereignis war im August 2005 mit einem gewaltigen Schlag eine 66 Quadratkilometer grosse Scholle vom Schelf vor der Ellesmere-Insel abgebrochen.

Dabei war derartig viel Energie freigesetzt worden, dass seismologische Geräte in 250 Kilometern Entfernung ausschlugen. Erst auf Satellitenbildern hatten Forscher Monate später rekonstruieren können, was passiert war.

An die Ellesmere-Insel schliessen sich im Norden fünf grosse Eisschelfe an, Ward Hunt ist mit einer Fläche von 443 Quadratkilometern der grösste.

Die Schelfe, riesige auf dem Meer treibende Eisplatten mit Verbindung zum Festland, bildeten sich bereits vor tausenden von Jahren. Seit Jahrzehnten geht das Schelfeis an den Polen zurück. Viele Wissenschafter machen die Klimaerwärmung dafür verantwortlich.

bert/sda